Ausbau des Internets in einem niedersächsischen Dorf | Bildquelle: dpa

Studie zu Leben auf dem Land "Urbane Dörfer" sollen Städter locken

Stand: 12.08.2019 14:26 Uhr

Es wäre eine Entlastung für große Städte und eine Bereicherung für viele Dörfer: Schnelles Internet in ländlichen Regionen. Das würde digitales Arbeiten dort ermöglichen - und "urbane Dörfer" schaffen, sagt ein Studie.

Flächendeckendes schnelles Internet im ländlichen Raum könnte laut einer Studie ein Mittel gegen den Bevölkerungsschwund in Ostdeutschland sein. Ohne eine leistungsfähige Digital-Anbindung hätten die Dörfer im Wettbewerb um Einwohner gegenüber den Städten keine Chance, heißt es in einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und des Vereins Neuland 21. Zudem sollte die Politik bürokratische Hürden abbauen, um den Zuzug einer "urbanen Klientel" auf das Land zu fördern.

"Eine große Chance für demografisch angeschlagene Regionen "

Für die Studie mit dem Titel "Urbane Dörfer - wie digitales Arbeiten Städter aufs Land bringen kann" untersuchten die Forscher 18 Projekte in Ostdeutschland. Sie seien Beispiele dafür, "wie das Landleben neuerdings in den Fokus eines traditionell urban geprägten Milieus rückt", hieß es. "Dass nun junge Kreative und digital affine Städter das Land für sich entdecken, birgt für demografisch angeschlagene Regionen eine große Chance", sagt Silvia Hennig, Gründerin von Neuland 21. Sie entwickelten und erprobten in Dörfern und Kleinstädten gemeinschaftliche Wohnformen und innovative Arbeitsmodelle. "Damit könnten sie Pioniere einer neuen Bewegung sein", sagte Hennig.

Zurück aufs Land in "urbane Dörfer" - 18 Pilotprojekte
tagesschau 12:00 Uhr, 12.08.2019, Anke Hahn, RBB

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Viele der neuen Landbewohner arbeiteten in Wissens- und Kreativberufen und seien etwa Programmierer, Grafikdesigner, Architekten und Journalisten sowie Sozialwissenschaftler und Kulturmanager. Diese könnten örtlich flexibel ihrem Job nachgehen.

Gegen die "Donut-Dörfer"

Im Fokus dieser Menschen stünden in der Regel nicht die Neubauten am Stadt- oder Dorfrand, sondern alte und baufällige Gebäude in der Ortsmitte wie stillgelegte Fabriken, Mühlen, Krankenhäuser, Berufsschulen, Klosteranlagen und Landgüter. "Sie wirken damit einem der drängendsten Probleme ländlicher Räume entgegen: dem Entstehen von sogenannten Donut-Dörfern", hieß es. Dieses Phänomen, bei dem die Ortskerne verfallen, während am Ortsrand die Neubaugebiete wuchern, lasse sich in Deutschland nahezu flächendeckend beobachten.

Laut Studie bringen "die Stadt-Land-Wanderer" den ländlichen Kommunen nicht nur Einwohner, Steuereinnahmen und Wirtschaftskraft, sondern auch neue Ideen: "Sie suchen nach Möglichkeiten, wie man auch ohne Auto auf dem Dorf mobil bleiben kann, denken über Hofläden zur Verbesserung der Nahversorgung nach, eröffnen Galerien und organisieren Festivals."

Abwanderung erwartet

Obwohl ostdeutsche Gemeinden den Angaben zufolge aktuell fast flächendeckend einen Zuzug von Familien verspüren, müssten sich die fünf Bundesländer in den nächsten Jahren auf einen Bevölkerungsrückgang einstellen, hieß es weiter. In allen ostdeutschen Flächenländern dürfte die Bevölkerungszahl bis 2035 abnehmen, am stärksten mit fast 16 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Ausbau des Internets in einem niedersächsischen Dorf | Bildquelle: dpa
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Der Breitbandausbau verläuft in vielen ländlichen Regionen nur schleppend.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. August 2019 um 12:00 Uhr.

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