Covid-19-Patienten auf der Intensivstation

Coronavirus Wieder mehr als 1000 Intensivpatienten

Stand: 29.08.2021 14:16 Uhr

Mit der seit Wochen zunehmenden Zahl der Ansteckungen steigt nun auch wieder die Zahl der Corona-Intensivpatienten. Erstmals seit Mitte Juni liegt sie bei mehr als 1000. Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf: Die Patienten sind deutlich jünger.

Die Zahl der in Deutschland auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten ist erstmals wieder über 1000 gestiegen. Im DIVI-Register-Tagesreport vom Sonntag wurden 1008 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt war ein Wert von über 1000 im Tagesreport vom 18. Juni erfasst worden.

Der Tiefstand vor dem Aufflammen der vierten Welle hatte bei 354 im Report vom 22. Juli gelegen, seither nimmt die Belegung wieder zu. Am 29. August vergangenen Jahres hatte die Zahl bei gerade einmal 241 gelegen, erst zu Ende Oktober hin war sie im Zuge der zweiten Welle auf über 1000 gestiegen.

Der Höchstwert bei der Zahl der erfassten Covid-19-Patienten auf Intensivstationen hatte bei gut 5700 Anfang Januar im Zuge der zweiten Corona-Welle in Deutschland gelegen. Rund 5000 Fälle bundesweit gelten nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) als Belastungsgrenze für die Kliniken, wobei dann bereits planbare Operationen verschoben würden.

Patienten deutlich jünger als im Vorjahr

Anders als im Vorjahr sind zudem inzwischen längst nicht mehr vor allem Senioren betroffen: Knapp jeder zehnte derzeit auf Intensivstation behandelte Covid-19-Patient ist den Daten des DIVI-Registers zufolge 30 bis 39 Jahre alt, knapp jeder fünfte 40 bis 49 Jahre (Stand 26.08., Aktualisierung jeweils donnerstags). Die 50- bis 59-Jährigen stellen gut ein Viertel der Patienten, die 60- bis 69-Jährigen gut ein Fünftel. Zumeist sind von schweren Verläufen und Todesfällen Ungeimpfte betroffen.

Besonders hoch ist der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten derzeit in Nordrhein-Westfalen (6,4 Prozent) und im Saarland (5,3 Prozent).

Etwa zehn Tage zwischen Infektion und Einweisung

Selbst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in den kommenden Tagen nicht weiter steigen oder sogar sinken sollte, würde die Zahl der auf Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten zunächst weiter zunehmen. Die Inzidenz spiegelt sich stets verzögert bei der Klinikbelegung wieder, weil zwischen Infektion und Einweisung meist etwa zehn Tage vergehen.

Das DIVI-Register wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) geführt.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen steigt seit Wochen an, in den letzten Tagen allerdings nicht mehr ganz so stark wie zuvor zeitweise. Nach Angaben des RKI vom Sonntag lag sie bei 74,1 - am Vortag hatte der Wert 72,1 betragen, vor einer Woche 54,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8416 Corona-Neuinfektionen und 12 Todesfälle.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. August 2021 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.