Eine Hand mit blauem Handschuh hält eine Spritze mit einem Impfstoff | picture alliance / Pressebildage

Länder sehen Potenzial Mehr Tempo bei den Impfungen?

Stand: 25.02.2021 07:59 Uhr

Es sei der Vakzinmangel und nicht die Personalknappheit: So begründen die Bundesländer den schleppenden Impfverlauf. Da jedoch immer mehr Impfstoff zur Verfügung steht, könnten die Kapazitäten bald verdoppelt oder sogar vervielfacht werden.

Die Bundesländer rechnen bis Anfang April mit einem deutlichen Fortschritt bei den Impfungen gegen das Coronavirus. Da immer mehr Impfstoff zur Verfügung steht, könnten in mehreren Ländern die Kapazitäten bis dahin verdoppelt werden - das geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa hervor.

In Bayern zum Beispiel sollen sie von 46.000 Impfungen pro Tag bis April auf 111.000 steigen. In Baden-Württemberg könnten bis zu 60.000 Impfungen erfolgen. Zum Vergleich: Derzeit sind es 14.000 bis 19.000.

Mehrere Bundesländer haben größere Kapazitäten

Zuwächse bis hin zu einer Verdopplung oder gar Vervielfachung der Möglichkeiten sind nach Länderangaben auch in Bremen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Thüringen möglich. Als Hauptursache für die aktuelle Lage nennen die Länder den Mangel an Impfstoffen. An Personal fehlt es den Angaben zufolge nicht.

Mit größeren Impfstoffmengen können die Länder bis Anfang April rechnen. Insgesamt könnten nach Zahlen der Hersteller BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca bis dahin knapp 19 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Ob in Kürze auch in Hausarztpraxen flächendeckend geimpft werden kann, ist noch unklar. Einige Länder arbeiten an Pilotprojekten.

Ärztepräsident für Einbeziehung der Arztpraxen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt mahnte in der "Rheinischen Post": "Das Ziel eines Impfangebots für alle Bürgerinnen und Bürger bis Ende September lässt sich nur dann erreichen, wenn wir möglichst bald mit Massenimpfungen in den Arztpraxen beginnen."

In den nächsten Tagen sollen in Deutschland zudem Kits in den Handel kommen, mit denen man sich selbst testen kann. Dafür müssen bei diesen Produkten Proben mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen werden. In anderen Ländern sind Tests schon seit längerer Zeit auf dem Markt. Spahn erklärte dies damit, dass die Zuverlässigkeit genau geprüft werden müsse. Im ZDF-"heute journal" sagte er: "Zu viele falsche Ergebnisse können fatale Folgen haben."

Scholz drängt auf bessere Absprachen

Der Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz drängte auf bessere Absprachen. Die Impfung von etwa 60 Millionen Menschen müsse "zügig und möglichst reibungslos" gelingen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der "Rheinischen Post". "Nachdem das mit der Impfstoff-Bestellung schlecht gelaufen ist, will ich nicht, dass wir beim Impfen die nächsten Schwierigkeiten bekommen und selbst den Impfstoff, den wir haben, nicht restlos verimpft bekommen, weil die Organisation nicht klappt."

FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", mit Selbsttests könnten auch Besuche in Restaurants und Fitnessstudios wieder möglich werden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht in den Schnelltests eine Möglichkeit, zeitnah zur Normalität zurückkehren. "Unsere Betriebe dürfen nicht einen Tag länger als unbedingt notwendig geschlossen sein", sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Februar 2021 um 06:44 Uhr und um 07:16 Uhr.