Impfstoff-Fläschen von Biontech / Pfizer.

Corona-Pandemie Wohl deutlich mehr Impfstoff ab 2. Quartal

Stand: 01.02.2021 15:53 Uhr

Laut Gesundheitsministerium sollen die Impfstofflieferungen ab dem 2. Quartal merklich anziehen, bis Ende des Jahres könnten es sogar 320 Millionen Dosen sein. Allerdings ist diese Schätzung mit großen Unsicherheiten behaftet.

Es ist eine neue Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums, aus der die Deutsche Presse-Agentur und der "Spiegel" zitieren: Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut einer aktuellen Schätzung im zweiten Quartal voraussichtlich 77,1 Millionen Dosen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller an Deutschland geliefert werden. Im vierten Quartal könnten es dann weitere 100,2 Millionen Dosen sein. Zusammen wären es damit 322,2 Millionen Impfdosen bis Jahresende.

Die Schätzung des Bundesgesundheitsministeriums bezieht sich auf geschlossene Verträge und geplante Vereinbarungen sowie voraussichtliche Zulassungstermine einiger Impfstoffe. Wie betont wird, hängen konkrete Termine und Liefermengen aber noch von zahlreichen Faktoren ab - besonders von klinischen Prüfungen, den Zulassungsverfahren, Produktionsprozessen, Lieferketten für Ausgangsstoffe und Qualitätskontrollen. Solche Prognosen seien immer mit Unsicherheiten behaftet, Änderungen seien daher nicht ungewöhnlich.

EU erwartet 100 Millionen Impfdosen im ersten Quartal

In der gesamten Europäischen Union werden im ersten Quartal mindestens 100 Millionen Impfstoffdosen erwartet, wie es aus EU-Kreisen hieß. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte bekannt gemacht, dass AstraZeneca 40 Millionen Dosen liefern will - neun Millionen mehr als vor zehn Tagen angekündigt. Der Hersteller Moderna bestätigte der Deutschen Presse-Agentur ein Liefervolumen von zehn Millionen Dosen im ersten Quartal. Der Rest müsste demnach vom dritten Hersteller mit Zulassung kommen, von BioNTech/Pfizer.

Im zweiten Quartal erwartet die EU dann von AstraZeneca, Moderna und BioNTech/Pfizer nach Angaben aus EU-Kreisen mehr als 300 Millionen Impfdosen. Darunter sind den Angaben zufolge mehr als 150 Millionen Impfdosen allein von BioNTech/Pfizer. Sollte das Vakzin von Johnson&Johnson zugelassen werden, kämen von dort noch zusätzliche Dosen.

Zum Vergleich: Die EU-Kommission hat offiziell das Ziel, bis zum Sommer 70 Prozent der 380 Millionen Erwachsenen in der EU zu impfen. Das wären 266 Millionen Menschen. Bei allen bisher zugelassenen Impfstoffen sind zwei Dosen nötig, bei Johnson&Johnson reicht vermutlich eine.

Impfgipfel mit Spannung erwartet

Nachdem mehrere Pharmaunternehmen ihre angekündigten Liefermengen von Corona-Impfstoff reduziert hatten, kam es zu heftiger Kritik an ihnen von Seiten der EU und verschiedener Staaten. Auch Deutschland ist von Lieferengpässen betroffen und hat deshalb für heute Bund, Länder und Pharmahersteller zu einem Krisengipfel eingeladen.

Bereits im Vorfeld hatten sowohl AstraZeneca als auch BioNTech/Pfizer angekündigt, ihre Lieferungen an die EU nun doch ausbauen zu können.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hält die Bundesregierung zu einem späteren Zeitpunkt fünf Millionen Corona Schutzimpfungen pro Woche für möglich. "Der begrenzende Faktor dabei ist aktuell die Verfügbarkeit des Impfstoffes", heißt es in einem Papier des Gesundheitsministeriums für den Impfgipfel. Sobald die 50.000 niedergelassenen Ärzte mitimpfen könnten, "können nach Angaben der Kassen-ärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mehr als 5.000.000 Impfungen pro Woche" vorgenommen werde. Allerdings sei der Wechsel in die sogenannte Phase II erst sinnvoll, wenn eine ausreichende Menge an in Praxen lagerfähigen Impfstoffen zur Verfügung stehe, die für mindestens drei Millionen Impfungen pro Woche reichten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Februar 2021 um 12:00 Uhr.

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Moderation 01.02.2021 • 18:53 Uhr

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