Mainz: Der Hauptsitz des Biotechnologie-Unternehmens Biontech | Bildquelle: picture alliance/dpa

Suche nach Corona-Impfstoff Biontech und Pfizer starten Testphase III

Stand: 08.09.2020 10:00 Uhr

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat im Rennen um den Corona-Impfstoff eine weitere Hürde genommen. Der gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelte Impfstoffkandidat darf in Deutschland getestet werden.

Bei der Suche nach einem Impfstoff vermelden das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer einen Erfolg: Sie dürfen ihr mögliches Mittel auch in Deutschland testen. Das Paul-Ehrlich-Institut habe eine klinische Studie genehmigt, so Biontech.

Das Studienzentrum in Deutschland ist für Biontech und Pfizer ein Baustein einer weltweiten klinischen Studie mit 30.000 Menschen. Die Probanden erhalten entweder den Impfstoff oder ein Placebo. Dabei geht es neben Wirkung und Nebenwirkung auch um die Frage, wie der mögliche Impfstoff dosiert werden sollte.

Zulassungsprozess beschleunigen

Sollte die klinische Studie die Wirksamkeit des Impfstoffes bestätigen, könnte ein Studienzentrum in Deutschland den Zulassungsprozess hierzulande beschleunigen. Biontech und Pfizer planen, die Zulassung im Oktober zu beantragen. Stimmen die Behörden dem zu, könnten die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben bis Ende des Jahres 100 Millionen Impfstoffdosen produzieren.

"Eine große, kontrollierte Phase-III-Studie ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfstoffs zweifelsfrei zu belegen", sagte Biontech-Mitgründer Ugur Sahin. Die Einbindung von Studienzentren in Europa und nun auch in Deutschland habe "speziell zum Ziel, eine hiesige Zulassung zu unterstützen".

Curevac erhält 252 Millionen Euro vom Bund

Unterdessen wurde bekannt, dass das Tübinger Biotechunternehmen Curevac für seine Forschung an einem Corona-Impfstoff eine Finanzspritze des Bundes in Höhe von 252 Millionen Euro erhält. Das bestätigte ein Sprecher des börsennotierten Unternehmens, an dem sich auch der Staat beteiligt hat.

Das Bundesforschungsministerium hatte vor Monaten ein Sonderprogramm zur Beschleunigung der Forschung an dringend benötigten Impfstoffen gegen das Virus gestartet. Ende Juli teilte das Ministerium dann mit, dass sowohl Curevac als auch Biontech und das Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau "von einem Expertenbeirat" zur Förderung empfohlen worden seien. Der Fördertopf umfasst insgesamt rund 750 Millionen Euro.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Biontech das zweite deutsche Unternehmen ist, das in die wichtige Phase der klinischen Studie in Deutschland einsteigen darf. Es ist aber das erste Unternehmen in Deutschland, das einen Teil der Phase III in Deutschland startet, die weltweit durchgeführt wird.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. September 2020 um 19:15 Uhr.

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