"Corona Sperrzone" steht auf einem Schild am Eingang der Covid-19 Intensivstation im SRH Waldklinikum, Gera. | dpa

Corona-Intensivpatienten Impfquote soll täglich erfasst werden

Stand: 13.11.2021 13:29 Uhr

Wie viele der Covid-19-Intensivpatienten sind vollständig geimpft? Das soll bald tagesaktuell erfasst werden. Die Ampel-Parteien versprechen sich davon eine bessere Grundlage für kurzfristige Entscheidungen in der Corona-Politik.

Ab Ende November soll tagesaktuell ermittelt und gemeldet werden, wie viele Corona-Intensivpatienten vollständig gegen das Virus geimpft sind. Die Bundestagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP hätten eine entsprechende Anpassung des Intensivregisters auf den Weg gebracht, sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Grundlage für schnellere Entscheidungen

Durch die Daten erhoffen sich die Parteien demnach eine bessere Grundlage, um kurzfristige Entscheidungen in der Corona-Politik fällen zu können. Bei vielen Intensivpatienten werde der Impfstatus derzeit nicht erfasst, weil einzelne Schritte in der bisherigen Meldekette nicht funktionierten, sagte Dahmen. "Bislang fehlen schlicht Daten." Er gehe davon aus, dass die Umstellung auf eine tagesgenaue Meldung spätestens bis Ende des Jahres umgesetzt sein wird.

Künftig müssen die Kliniken laut Dahmen angeben, wie viele ihrer Intensivpatienten vollständig gegen das Virus geimpft sind. Diese Daten lägen in den allermeisten Fällen ohnehin vor. Um den Datenschutz zu wahren, sollen keine personenbezogenen Daten verwendet, sondern lediglich die Anzahl der Geimpften und Ungeimpften auf den Corona-Intensivstationen gemeldet werden.

Betrieben wird das Intensivregister vom Robert Koch-Institut (RKI) und von der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Bislang stehen den Angaben zufolge nur Zahlen zur Verfügung, die verzögert darstellen, wie viele Intensivpatienten geimpft und wie viele ungeimpft sind.

Verzögerung in Meldekette

Grund dafür sei, dass die Gesundheitsämter zunächst die Infektionen erfassen und diese dem RKI melden. Erst mit Verzögerung folgten dann später die Angaben zum Hospitalisierungsstatus, in vielen Fällen ergehe die entsprechende Meldung auch nicht.

Die DIVI begrüßte die Pläne. Klar sei schon jetzt: "Geimpfte, die nicht sehr alt oder schwer vorerkrankt sind, sterben nicht an Covid-19″, sagte deren DIVI-Präsident Gernot Marx dem RND. Der weit überwiegende Teil der Covid-Intensivpatienten sei ungeimpft. "Die genaue Zahl ermitteln wir derzeit, das hätte sicher auch schneller gehen können. Aber es wird sie geben."

Künftig sollen im Intensivregister bei Impfungen auch Alter und Postleitzahl der Personen erfasst werden, damit die Impfquote den Wohn- und nicht den Impfort widerspiegele. Neu erfasst würden auch Informationen zu einer möglichen Schwangerschaft bei den Intensivpatientinnen, sagte Dahmen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. November 2021 um 14:22 Uhr.