Bundeswehrsoldaten warten in Pasewalk auf Personen, die einen Corona-Test machen wollen | dpa

Kampf gegen Corona Bundeswehr rüstet sich für Impfeinsatz

Stand: 23.12.2020 07:45 Uhr

Am 27. Dezember geht es los - dann werden in Deutschland die ersten besonders Gefährdeten gegen Corona geimpft. Eine wichtige Rolle bei der Impfkampagne wird auch die Bundeswehr spielen. Doch welche genau?

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

In Hab-Acht-Stellung unterm Weihnachtsbaum - für viele Soldatinnen und Soldaten werden das eher ungewöhnliche Feiertage: Die Truppe hat extra wegen der anstehenden Impfungen die Einsatzbereitschaft tausender Bundeswehr-Angehöriger erhöht. Die sind nun innerhalb von 48 oder gar 24 Stunden abrufbar - sollten sie in den kommenden Tagen kurzfristig gebraucht werden.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

Im Bundesverteidigungsministerium rechnet man damit, dass bei den bevorstehenden Impfungen bis zu 6500 Soldatinnen und Soldaten zusätzlich zum Einsatz kommen könnten - wenn auch nicht alle auf einen Schlag.

Bereits jetzt ist die Bundeswehr in den Aufbau von Impfzentren eingebunden. Doch so richtig gefordert sein dürfte sie erst, wenn dort der Betrieb wirklich angelaufen ist.

Bundeswehr soll Impfstoff lagern

Ein Großteil der Soldatinnen und Soldaten dürfte, so die Planungen, in den zahlreichen, zivilen Impfstätten gebraucht werden sowie die mobilen Impfteams unterstützen. Denkbar ist dabei alles: Vom Bundeswehr-Arzt, der das Aufklärungsgespräch führt oder die Spritze setzt - bis hin zum Helfer im Tarnfleck, der organisatorisch für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Massenimpfungen sorgt.

Auch bei der Lagerung von Impfstoffen und Logistik hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Hilfe der Bundeswehr angeboten. Denkbar ist demnach durchaus, dass die Wirkstoffe in Kasernen eingelagert werden. Was jedoch keine geringe Herausforderung darstellt. Denn der zunächst zugelassene Pfizer-Biontech-Impfstoff muss über längere Zeit auf einer Temperatur von mindestens minus 70 Grad gehalten werden.

Zum anderen gibt es die Befürchtung, dass der Impfstoff sowohl Kriminelle als auch Corona-Leugner auf den Plan rufen könnte. Welche Standorte theoretisch in Frage kommen, darüber hüllt sich die Truppe daher vorsichtshalber in Schweigen. Der Vorteil: Bewachte Bundeswehr-Liegenschaften dürften als Lagerstätte deutlich sicherer sein als etwa herkömmliche Sporthallen.

20.000 Soldaten kämpfen gegen Corona

Auch darüber, dass Soldatinnen und Soldaten den Transport der wertvollen Impfdosen überwachen könnten, war spekuliert worden. Das jedoch dürfte ausschließlich der Polizei vorbehalten bleiben. Die rechtlichen Hürden für einen solchen - bewaffneten - Einsatz des Militärs im Innern wären extrem hoch.  

Noch nie zuvor in ihrer Geschichte war die Bundeswehr an der sogenannten "Heimatfront" so eingebunden wie in diesem Corona-Jahr: Insgesamt hat sie 20.000 Soldatinnen und Soldaten mobilisiert, um zivilen Stellen bei der Bekämpfung der Pandemie beizuspringen. Rund die Hälfte davon, also 10.000, sind derzeit aktuell eingebunden und unterstützen die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, führen Abstriche in Corona-Testzentren durch oder helfen in Alten- und Pflegeheimen aus. Nun könnte noch ein Großeinsatz beim Impfen hinzukommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Dezember 2020 um 23:33 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Moderation 23.12.2020 • 16:09 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir, beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation