Pianist Igor Levit spricht auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen | Bildquelle: dpa

Antisemitismus Igor Levit berichtet von Morddrohung

Stand: 28.12.2019 16:23 Uhr

Starpianist Igor Levit hat eigenen Angaben zufolge eine antisemitische Morddrohung erhalten. Levit, der aus einer jüdischen Familie stammt, warnt als politische Stimme eindringlich vor systematischem Antisemitismus.

Der deutsche Star-Pianist Igor Levit hat eine antisemitisch gefärbte Morddrohung erhalten. Das schreibt der Musiker in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag".

Nach eigenen Angaben erhielt Levit Mitte November eine Mail, in der ihm ein Mordanschlag bei einem konkreten Konzert in einer Stadt in Süddeutschland angedroht wurde. Er habe die Polizei eingeschaltet und das Konzert unter Personenschutz und aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen gespielt.

Keine Einzelfälle

In seinem Gastbeitrag warnt der aus einer jüdischen Familie stammende Musiker, Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremer Terror würden in Deutschland immer noch systematisch unterschätzt. Das Land befinde sich "mitten in einer massiven Normverschiebung innerhalb unserer Demokratie, die nicht mehr dieselbe sein wird, wenn wir geschehen lassen, dass Antisemitismus, Rassismus und Frauenhass immer weiter Raum gewinnen".

Es gehe längst nicht um Einzelfälle, so der 32-Jährige, sondern um "systematischen Antisemitismus und Rassismus, um Rechtsextremismus, Terror und völkische Gewalt". Die Behörden seien noch immer unterbesetzt und überfordert.

Der in Russland geborene Levit gilt als einer der bedeutendsten Pianisten seiner Generation. Zuletzt hat er alle Beethoven-Sonaten eingespielt. Gleichzeitig gilt er inzwischen als prominente politische Stimme, da er sich immer wieder zu Themen wie Antisemitismus, Rassismus und Zivilcourage äußert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 28. Dezember 2019 um 23:34 Uhr in den Kulturnachrichten.

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