Polizisten beobachten Demonstranten, die gegen die IAA in Frankfurt protestieren. | Bildquelle: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX

Demonstrationen vor IAA Kampf gegen die "Autokratie"

Stand: 14.09.2019 18:56 Uhr

Sie fordern eine schnelle Verkehrswende: Tausende Demonstranten haben gegen die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt protestiert. Viele Teilnehmer kamen mit dem Rad zur IAA.

Von Frank Angermund, HR

Am Nachmittag biegt ein nicht mehr enden wollender Fahrradkonvoi um die Kurve der Frankfurter Festhalle. Zigtausende Radfahrer sind auf bunten Rennrädern, Mountainbikes, Lastenrädern, E-Bikes oder selbst gebauten Modellen unterwegs. Der kilometerlange Zweiradzug ist auf dem Weg zur Demo vor dem Messegelände. Dort findet die Internationale Automobilausstellung statt.

Demo für Verkehrswende: 15.000 Menschen protestieren in Frankfurt
tagesschau 20:00 Uhr, 14.09.2019, Jan-Peter Bartels, HR

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"Verkehrswende jetzt!"

Die Forderung der Radfahrer steht tausendfach auf pinken Fahnen: "Verkehrswende jetzt". Die Demonstranten wollen, dass die Politik endlich handelt, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer und das Klimakabinett konkrete Maßnahmen beschließen und umsetzen.

Jeder und jede hat eigene Erfahrungen und Ärgernisse zu berichten: "Ich komme aus Wetzlar, und da fahren abends und am Wochenende kaum noch Busse. Und wenn man älter ist, ist es auch schwierig, da kann man nicht mehr so mit dem Fahrrad unterwegs sein. Wir haben nicht mehr lange Zeit - und all das Geblubber von Politik und Wirtschaft geht mir auf den Nerv. Ich hab Enkel und für die bin ich hier.“

Mehrere tausend Radfahrer fahren auf der Autobahn in Richtung der Frankfurter Messe, um gegen die IAA zu demonstrieren. | Bildquelle: dpa
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Tausende Menschen kamen mit dem Rad zur IAA, um für eine Verkehrswende zu demonstrieren.

Kontrastprogramm Sportwagen

Eine Stunde zuvor, kurz bevor die ersten Demonstranten zu Fuß an der Messe ankommen, hält ein Sportwagen auf der eigentlich gesperrten Demoroute. Der Fahrer hat auf der IAA eine Testfahrt gewonnen.

Ein 13-jähriger Junge auf einem Rad ärgert sich über den Autofahrer. "Reine Provokation", schimpft er. Ihm folgen Tausende Demonstranten zu Fuß mit bunten Fahnen, Trommeln und Megafonen. Auf Transparenten und Schildern steht: "Hier läuft was verkehrt, Demokratie statt Autokratie, SUVs von der Straße oder fahrt zur Hölle."

Mehr Radwege

Doch bei der Frage, ob die Verkehrswende schnell kommen wird, schütteln viele Demonstranten den Kopf: "Ich finde: Nicht jeder muss ein Auto fahren. Es sollten auch andere Alternativen angeboten bzw. verbessert werden", heißt es aus den Reihen der Demonstranten. "Wir brauchen mehr Platz, für Straßen, für Fahrräder, für Radwege und eben nicht für dicke Autos." Die Verkehrswende, so sind sich die Teilnehmer einig, müsse kommen. Und einige fordern auch autofreie Innenstädte.

Bei den Teilnehmerzahlen der Demonstration sind sich die Veranstalter und die Polizei uneins. Die Organisatoren sprechen von 25.000 Demonstranten, Frankfurts Polizeisprecher Alexander Kießling von 15.000. Alles verlaufe friedlich, so die zufriedene Auskunft der Sicherheitskräfte.

Zahlreiche Menschen protestieren vor der IAA in Frankfurt für eine Verkehrwende. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX
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Die Demonstranten forderten eine nachhaltige und klimaschonende Mobilität.

Im Fokus der Besucher: E-Autos

Die Besucher der IAA, die in den Messehallen teure, moderne und schnelle Autos bestaunen, setzten sich aufgrund der Klimaaktivisten vor der Halle auch mit den Themen Umwelt und Mobilität auseinander: "Wir gucken uns normale Autos, aber auch E-Autos an und wollen einfach ein bisschen genießen", heißt es von den Messegängern.

"Also, diese SUVs ist auch nicht das, was ich mir vorstelle. Mich interessiert hauptsächlich diese ganze Elektromobilität. Öffentlicher Nahverkehr würde für mich bedeuten, am Tag rund drei Stunden zu pendeln, eineinhalb Stunden hin, eineinhalb zurück. Das ist deutlich zu viel."

Massiver Protest gegen die Internationale Automobilausstellung
Frank Angermund, HR
14.09.2019 16:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. September 2019 um 17:00 Uhr.

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