Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ "Tiger" | Bildquelle: dpa

Untersuchung Mali-Absturz Hubschrauber verlor Rotorblätter

Stand: 09.08.2017 17:25 Uhr

Nach dem Absturz des Bundeswehr-Hubschraubers in Mali gibt es erste Erkenntnisse. Demnach verlor er seine Rotorblätter, nachdem er in den starken Sinkflug übergegangen war. Die Auswertung der Flugrekorder steht noch aus.

Der in Mali abgestürzte deutsche Kampfhubschrauber hat vor dem Aufprall auf die Erde einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums zufolge die Rotorblätter verloren.

"Nach bisherigen Erkenntnissen lösten sich, nachdem das Luftfahrzeug in den starken Sinkflug übergegangen war, vor dem Aufschlag Teile (...), darunter die Hauptrotorblätter", heißt es in einer Mitteilung zum aktuellen Stand der Untersuchungen von Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel an den Wehrausschuss des Bundestags. Bis zum Absturz sei der Flug unauffällig verlaufen.

Der Hubschrauber des Typs "Tiger" sei am 26. Juli mit einer Geschwindigkeit von etwa 250 Kilometern pro Stunde in einer Höhe von etwa 550 Metern unterwegs gewesen, als er "plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einen starken Sinkflug überging", heißt es in dem Schreiben.

Unmittelbar Feuer gefangen

Nach etwa zehn Sekunden sei der Helikopter auf die Erde geprallt und habe unmittelbar Feuer gefangen. Der Absturz sei nicht zu überleben gewesen. Beim Absturz des Hubschraubers waren beide Soldaten an Bord getötet worden.

"Spekulationen zur Unfallursache entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeder tragfähigen Grundlage", heißt es in dem Zwischenbericht. Die Untersuchungen würden "weiterhin ergebnisoffen geführt".

Von der Leyen verweist auf Abschlussbericht

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte nach einem Besuch einer Offiziersschule des Heeres in Dresden, die Komplexität des Vorfalles gebiete es, dass man den Abschlussbericht abwarte.

Der "Passauer Neuen Presse" hatte sie zuvor gesagt, es gebe "keine Indizien dafür, dass es an der Ausbildung der Piloten gelegen hat". Die beiden hätten unter Kameraden den Ruf "als zwei unserer besten und erfahrensten Kampfhubschrauberpiloten überhaupt" gehabt.

Die Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr hatte kritisiert, die "Tiger"-Hubschrauber seien nicht ausreichend für den Einsatz in Mali getestet. Den Piloten fehle die vorgeschriebene Routine.

Einer der beiden Flugschreiber ausgelesen

Ihr Ministeriumssprecher Jens Flosdorff sagte in Berlin, es könne noch Wochen oder Monate dauern, bis genaue Erkenntnisse vorlägen. Die zwei Flugschreiber des Hubschraubers seien geborgen worden, einer von ihnen habe ausgelesen werden können. Die Auswertung dauere noch an.

Zurzeit sind noch drei weitere deutsche Kampfhubschrauber vom Typ "Tiger" in Mali im Einsatz. Sie dürften bis zur Klärung der Absturzursache nur bei Gefahr für die Soldaten abheben, so Flosdorff.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. August 2017 um 04:58 Uhr.

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