Ein Junge lernt zu Hause für die Schule. | Bildquelle: dpa

Digitaler Unterricht Technische Probleme bei Schulplattformen

Stand: 11.01.2021 15:28 Uhr

Heute ist in mehreren Bundesländern der erste Schultag, Zehntausende Schülerinnen und Schüler hatten aber gleich mit technischen Problemen zu kämpfen, weil Plattformen nicht funktionierten.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Mit massiven technischen Problemen hat für viele Schülerinnen und Schüler der erste Tag nach den Ferien begonnen. Betroffen sollen die Lernplattformen IServ und Moodle gewesen sein. Über diese Portale können Schulen digitalen Unterricht organisieren, sie beinhalten E-Mail-Funktionen, ein System für Videokonferenzen sowie Aufgaben, die verteilt und abgehakt werden können.

Debatte um Corona-Regelungen für Schulen
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.01.2021, Griet von Petersdorff, RBB

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Mehr als zwei Millionen Nutzerinnen und Nutzer

IServ entschuldigte sich via Twitter für die Probleme. Der Fehler sei gefunden worden. Auf eine Anfrage von tagesschau.de teilte das Unternehmen mit, Ursache sei ein technischer Defekt bei der Zuordnung der Benutzerinnen und Benutzer beim Videokonferenztool gewesen. Es habe alle Bundesländer betroffen. Bis 14 Uhr sei das Problem behoben worden. Nach Angaben des Unternehmens benutzen mehr als 4500 Schulen und damit etwa 2,3 Millionen Schülerinnen und Schüler die Lern-Plattform.

Kurz vor dem Ausfall der Videokonferenzen hatte der Chef von IServ im Interview im "Handelsblatt" noch erklärt, warum staatliche Anbieter gar nicht störungsfrei funktionieren könnten. IServ hingegen sei dezentral aufgebaut und könne daher "maximal an einer Schule gleichzeitig ausfallen". Tatsächlich ist die Plattform auch nicht komplett ausgefallen, aber Videokonferenzen konnten nicht eröffnet werden bzw. man konnte ihnen nicht beitreten. Damit war ein zentrales Element des Distanzunterrichts nicht verfügbar.

Berichte über Probleme in NRW und Baden-Württemberg

Zahlreiche Berichte über technische Probleme gab es auch aus NRW und Baden-Württemberg, wo die Plattform Moodle betroffen gewesen sein soll. Auf der Internetplattform "netzwelt.de", die solche Meldungen sammelt, waren bundesweit nur vereinzelte Störungen verzeichnet, Baden-Württemberg jedoch komplett als rote Zone markiert. Im Netz berichten zahlreiche Nutzer von Problemen. Demnach funktionierte entweder der Login nicht oder die Seite wurde nicht oder nur unvollständig geladen. In den sozialen Netzwerken, aber auch beim Radiosender SWR1 Baden-Württemberg beschwerten sich zahlreiche Lehrer und Eltern.

Nach SWR-Angaben reagierte das Kultusministerium mit einer Stellungnahme: "BelWü als Moodle-Betreiber hat im technischen Monitoring 200 betroffene Schulen identifiziert und die jeweiligen Probleme identifiziert", heißt es in der Pressemitteilung. "In weiten Teilen Baden-Württembergs und bei der überwiegenden Mehrheit der Schulen funktioniert Moodle jedoch störungsfrei." Die Probleme sollen "im Laufe des Tages" behoben werden. Das Kultusministerium analysiere mit dem Betreiber den Bedarf weiterhin laufend.

In den sozialen Netzwerken sorgten die technischen Probleme für viel Unmut. Unter dem Schlagwort #Tag1 - für den ersten Schultag in mehreren Bundesländern im Jahr 2021 - finden sich auf Twitter zahlreiche Beschwerden.

GEW mahnt mehr Förderung an

Die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, forderte die Kultusministerinnen und -minister der Länder auf, den Digitalunterricht an Schulen stärker zu fördern. Im SWR sagte sie, man brauche eine Serverkapazität, "die sich bisher niemand vorgestellt hat", wenn alle elf Millionen Schülerinnen und Schüler morgens um acht Uhr mit dem Digitalunterricht beginnen wollten. Es müsse deshalb ein Zusammenspiel geben zwischen "digitalen Lernvoraussetzungen, wo sie jetzt schon gegeben sind, und analogem Lernen".

Über dieses Thema berichtete SWR Aktuell Baden-Württemberg am 11. Januar 2021 um 15:40 Uhr.

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