Morius Enden und Jenni Mili, Mitglieder des Künstlerkollektivs für Politische Schönheit, in ihrem Nachbau des Holocaust-Mahnmals in der Nähe des Hauses von Bernd Höcke. | Bildquelle: dpa

Holocaust-Denkmal in Thüringen Höcke bekommt sein eigenes Mahnmal

Stand: 22.11.2017 12:33 Uhr

Im Januar hatte AfD-Politiker Höcke in einer Rede gegen das Holocaust-Mahnmal in Berlin gehetzt. Er sprach damals von einem "Denkmal der Schande im Herzen der Hauptstadt". Aktivisten haben nun vor seinem Haus eine Kopie des Stelen-Mahnmals errichtet.

Für den AfD-Politiker Björn Höcke ist das Holocaust-Mahnmal in Berlin ein "Denkmal der Schande". Dafür war er bundesweit kritisiert worden.

Nun haben politische Aktivisten die Äußerungen zum Anlass genommen, um vor seinem Haus in Bornhagen in Thüringen 24 Stelen zu errichten, die an das von Peter Eisenman konzipierte Mahnmal mit 2711 Stelen erinnern.

"Zentrum für Politische Schönheit" errichtet Mahnmal vor Höckes Haus
tagesschau24 19:00 Uhr, 22.11.2017, Selina Koc, ARD-aktuell

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Die Aktion sei nach der skandalösen Dresdner Rede Höckes vorbereitet worden, in der dieser den Berliner Erinnerungsort für die ermordeten Juden Europas im Januar als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte, teilten die Aktivisten des "Zentrums für Politische Schönheit" mit.

Shahak Shapira @ShahakShapira
Meine Freunde von @politicalbeauty haben dem Bernd Höcke ein Holocaustmahnmal direkt vor die Tür gebaut. Er braucht es auch am dringendsten. https://t.co/63WomOZFG9

Grundstück neben Höcke angemietet

Die Gruppe mietete nach eigenen Angaben das an Höckes Besitz angrenzende Grundstück an, um ihn zu beobachten. Dabei seien "mehrere aufschlussreiche Dossiers" entstanden. Die Aktivisten kündigten an, die "Überwachung" von Höcke zu stoppen, wenn er wie einst Willy Brandt vor dem Mahnmal auf die Knie fällt. Die Stelen sollen bis Ende 2019 stehen bleiben, zur Finanzierung sammelt die Gruppe Spenden.

Höcke bei einer Rede | Bildquelle: AP
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In seiner Rede in Dresden im Januar 2017 bezeichnete Höcke das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Monument der Schande".

Empörung über Höcke-Rede

Die Rede von Höcke in Dresden hatte für bundesweite Empörung gesorgt. Auch, weil er eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert hatte. Höcke ist der Gründer des rechtsnationalen Flügels, der die AfD als "Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands" positionieren will. Nach der Rede wurde ein Parteiausschlussverfahren gegen den Rechtsausleger eingeleitet.

Auch AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hatte sich im September in einer ähnlichen Weise geäußert wie Höcke. Damals hatte Gauland gesagt, dass die Deutschen stolz auf "die Leistungen deutscher Soldaten" im Ersten und Zweiten Weltkrieg sein dürften. Gleichzeitig forderte er, einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zu ziehen.

"Zentrum für Politische Schönheit"

Das "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) versteht sich als "Schnittstelle" zwischen Aktionskunst und Menschenrechten. Die Aktionen der Aktivisten sorgten in der Vergangenheit für öffentliche Diskussionen: 2015 überführte das ZPS angeblich ertrunkene Flüchtlinge, die an der europäischen Außengrenze anonym verscharrt worden waren, in die deutsche Hauptstadt ("Die Toten kommen"). 2014 entführte das Team die Mauerkreuze aus dem Regierungsviertel und montierte sie an den EU-Außengrenzen ("Erster Europäischer Mauerfall"). In diesem Jahr rief das ZPS mit Flugblättern in Istanbul zum Sturz von Staatspräsident Erdogan auf.

Über dieses Thema berichteten am 22. November 2017 tagesschau24 um 19:00 Uhr und das Nachtmagazin um 00:17 Uhr.

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