Eine Gruppe sitzt in Baden-Württemberg in den Weinbergen und macht am Vatertag ein Picknick.  | dpa

Vatertag in Corona-Zeiten Keine Trinkgelage, kaum Verstöße

Stand: 21.05.2020 21:29 Uhr

Friedliche Feiern und kaum Verstöße gegen Corona-Beschränkungen: Die Polizeipräsidien ziehen an Himmelfahrt eine überwiegend positive Bilanz. Ernüchterung gab es bei Ausflüglern, die an die Nordseeküste wollten.

Eine erste Bilanz der Polizei zu Vorkommnissen an Himmelfahrt fällt positiv aus: Zum diesjährigen Feiertag waren viele Ausflüge auch trotz der Corona-Pandemie und Einschränkungen möglich, und die Menschen haben sich weitestgehend an die Vorgaben gehalten, so die Beamten.

Himmelfahrt ist auch als Vatertag bekannt und wird oft feuchtfröhlich begangen.

In Berlin etwa begann Himmelfahrt aus Sicht der Behörden weitgehend ruhig. Bei Freizeitausflügen seien zunächst keine Auffälligkeiten gemeldet worden. Mehrere kleinere Versammlungen seien bis zum Mittag ohne Zwischenfälle verlaufen, etwa eine Demonstration von Mietern gegen Verdrängung oder ein weitläufiger Fahrradkorso gegen Corona-Beschränkungen in Tegel.

Auch die anderen Polizeipräsidien im Land bestätigten: Es ist viel los, aber bis dahin ohne besondere Vorkommnisse.

Ruhige Lage in vielen Bundesländern

So zeigte sich die Polizei in Hessen ebenfalls in einer ersten Bilanz zufrieden: Es habe keine größeren Verstöße gegen die Corona-Verordnungen gegeben. Aus der Region Hannover meldete die Polizei ebenfalls "erfreulich wenige Verstöße" gegen die Abstandsregeln. Ähnlich klangen die Aussagen der Behörden in Hamburg, Sachsen und Rheinland-Pfalz. 

500 Menschen im Drive-In-Gottesdienst

In Niedersachsen nahmen rund 500 Menschen am Hildesheimer Drive-In-Gottesdienst teil. Teils hätten drei oder vier Menschen im Wagen gesessen, sagte Mirco Weiß, Diözesansekretär Bistum Hildesheim. "Was mich sehr beeindruckt hat, sind die Emotionen", berichtete Weiß. Es sei "manche Träne geflossen".

Überraschung an der Nordsee

Weniger erfreulich dürfte für manch einen Ausflügler die geplante Reise an die Nordsee geendet haben. Denn Schleswig-Holstein verbot zuvor örtlich Tagestourismus rund um Himmelfahrt und über Pfingsten: Tagesgäste dürfen noch bis kommenden Sonntag wegen des Coronavirus die nordfriesischen Inseln und Halligen sowie auf dem Festland die Badeorte Büsum und St. Peter-Ording nicht betreten. "Die meisten zeigen Verständnis für die Kontrollen", sagte Amtsdirektor Herbert Lorenzen. Selbst, wenn sie zurück geschickt werden.

Lange Staus an den Grenzen zu Polen

An den Grenzen zu Polen kam es am Feiertag zu langen Staus. "Die A 12 ist komplett voll", sagte ein brandenburgischer Polizeisprecher. Der Verkehr staute sich demnach am Nachmittag wegen der polnischen Grenzkontrollen auf 55 Kilometer Länge. Autofahrer mussten viel Zeit einplanen und etwa zweieinhalb Stunden warten, Lkw-Fahrer sogar etwa drei Stunden.

In Sachsen staute sich der Verkehr laut Polizei auf der A 4 zeitweilig auf bis etwa 50 Kilometer.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Mai 2020 um 18:00 Uhr.