Einzelhandel Corona Supermarkt | Bildquelle: dpa

Hamsterkäufe wegen Corona-Pandemie Mit Klopapier durch die Krise

Stand: 25.03.2020 16:52 Uhr

Es sind Steigerungen von bis zu 800 Prozent: Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, wie die Nachfrage nach Produkten wie Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln oder haltbaren Lebensmitteln mit der Corona-Pandemie explodiert ist.

Desinfektionsmittel sind seit Beginn der Corona-Pandemie ein Verkaufsschlager: Zeitweise stieg der Absatz um bis zu 800 Prozent. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Sie basieren auf einer Auswertung digital verfügbarer Kassendaten.

Ebenfalls beliebt sind Seife und Toilettenpapier: Verbraucher kauften in der vergangenen Woche vier- beziehungsweise dreimal so viel wie im Durchschnitt der vorherigen sechs Monate. Auch die Nachfrage nach Nudeln, Mehl, Zucker, Reis und passierten Tomaten war mehr als doppelt so hoch wie in normalen Zeiten.

Höhere Nachfrage seit Ende Februar

Bereits in der letzten Februarwoche hat sich laut Statistischem Bundesamt ein Trend zum Hamstern bestimmter Produkte abgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt stiegen die Absatzzahlen ausgewählter Lebensmittel und Hygieneartikel zum ersten Mal merklich. Die Verkaufszahlen für Mehl, Seife und Nudeln verdoppelten sich plötzlich. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln stieg auf mehr als das Siebenfache, eine Woche später dann sogar auf mehr als das Achtfache des üblichen Niveaus.

Anschließend brach der Absatz bei Desinfektionsmitteln allerdings wieder ein und lag zuletzt nur noch bei der Hälfte des Üblichen - allerdings nur, weil in den meisten Supermärkten und Drogerien schlicht keines mehr verfügbar war.

Experten und Politiker appellierten an die Verbraucher, auf Hamsterkäufe zu verzichten. Einige Läden und Supermärkte rationieren inzwischen bestimmte Produkte wie Toilettenpapier, Mehl und Konservendosen.

Umfrage: Jeder Dritte kaufte Vorräte

Aus einer Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) geht hervor, dass die Corona-Krise rund jeden dritten Verbraucher in Deutschland veranlasste, in der vergangenen Woche seine Lebensmittelvorräte noch einmal aufzustocken. Grund für die Hamsterkäufe sei offenbar die Befürchtung gewesen, nicht mehr wie gewohnt einkaufen zu können, so das IFH in seinem "Corona Consumer Check".

Ein Drittel der 1000 repräsentativ ausgewählten Befragten empfinde die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten als Freiheitsverlust. Der Onlinehandel profitierte laut IFH zunächst nur wenig von der Krise. Nur 13 Prozent der Befragten gab an, Einkäufe, die sie normalerweise im Geschäft erledigen, online getätigt zu haben. Vor allem jüngere Konsumenten nutzten diese Möglichkeit.

Über dieses Thema berichtete der WDR in "Aktuelle Stunde" am 18. März 2020 um 18:45 Uhr.

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