Blick auf Neubauwohnungen in Hamburg. | Bildquelle: dpa

Wohnungsbau in Großstädten Hamburg baut am meisten

Stand: 26.08.2019 09:27 Uhr

In den größten deutschen Städten wird immer mehr gebaut. Am meisten Wohnungen entstehen in Hamburg - noch vor München, Frankfurt und Berlin. Köln habe dagegen "die Probleme eher verschlafen", ergab ein Vergleich von Statistiken.

Die Wohnungsnachfrage besonders in den Großstädten ist nach wie vor hoch. Es wird gebaut - allerdings nicht überall gleich: Bei der Schaffung neuer Wohnräumen liegt derzeit nach Statistiken eine Stadt ganz vorne: Hamburg. Dort wurden im vergangenen Jahr je 10.000 Einwohner 58 Wohnungen fertig. Das ist der höchste Wert unter den sieben Städten mit mehr als 600.000 Einwohnern. Das ergab ein Vergleich örtlicher Statistiken durch die Nachrichtenagentur dpa.

Es folgten München (53), Frankfurt (47) und Berlin (46). Köln lag mit 36 neuen Wohnungen je 10.000 Einwohnern nur knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von 35 Einheiten. Düsseldorf (32) und Stuttgart (30) blieben darunter.

Baustelle für ein Wohnhaus in Stuttgart (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Auch in Stuttgart wird gebaut - doch fehlen der Stadt nach Ansicht des IW-Experten Flächen, um noch mehr zu bauen.

IW: Wohnungsmarkt könnte sich entspannen

Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt seien inzwischen in der Lage, ihren Bedarf nach und nach zu decken, sagte der Immobilienexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Voigtländer. Dort dürfte sich der Wohnungsmarkt im nächsten Jahrzehnt entspannen. Was für Mieter bedeuten würde: Mietsteigerungen nur noch in Höhe der allgemeinen Teuerung und nicht mehr um 5, 6 oder 7 Prozent im Jahr.

Köln hat "Probleme verschlafen"

Köln dagegen habe die Probleme auf dem Wohnungsmarkt "mehr oder weniger verschlafen", kritisierte Voigtländer. In Berlin gebe es keinerlei Rückenwind für Investoren. Die Hauptstadt hat ihre Baufertigstellungen zwar in zehn Jahren verdreifacht - aber von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend und bei starkem Zuzug.

Stuttgart und auch München fehlten hingegen Flächen, um noch mehr zu bauen, erklärte der Ökonom.

Neubau legt zu

Nicht nur in den sieben "A-Städten" (Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart) - wie die Immobilienbranche sie nennt - hat der Neubau in den vergangenen Jahren zugelegt, auch bundesweit.

So wurde im vergangenen Jahr in Deutschland 62 Prozent mehr Wohnungen fertig als vor zehn Jahren, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Unter den Flächenländern lag Bayern mit 47 neuen Wohnungen je 10.000 Einwohner vorn.

Es folgen Brandenburg (46) und Schleswig-Holstein (42). Dort dürfte die Nähe zu den beiden größten deutschen Städten, Berlin und Hamburg, eine Rolle spielen. Vergleichsweise wenig gebaut wurde in Thüringen (20), dem Saarland (19) und Sachsen-Anhalt (16).

Mehr Neubauten genehmigt, aber nicht fertiggestellt

Das Amt hebt hervor, dass immer mehr Neubauten genehmigt, aber nicht fertiggestellt werden. 346 800 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr bundesweit genehmigt, 285.900 fertiggestellt. Das ist zwar mehr als in vielen Jahren zuvor. Mitte der 1990er Jahre wurden zeitweise aber doppelt so viele Wohnungen fertig wie heute.

Vor allem in den "A-Städten" seien noch zu wenige Wohnungen im Angebot, urteilte der Zentrale Immobilien-Ausschuss in seinem diesjährigen Frühjahrsgutachten.

Zwar wichen immer mehr Mieter und Käufer in das Umland der Städte aus. Weil aber gleichzeitig Menschen vor allem aus dem Ausland nachzögen, steige die Einwohnerzahl der Städte weiter - und damit die Wohnungsnachfrage. Auf dem Land entstehen dagegen mancherorts zu viele neue Wohnungen, wie eine IW-Studie kürzlich ergeben hatte.

Über dieses Thema berichteten NDR 90,3 am 23. August 2019 um 08:00 Uhr und NDR Info am 26. August 2019 um 06:45 Uhr in den Nachrichten.

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