Aktivisten sitzen vor dem Wiesencamp am Hambacher Forst. | Bildquelle: dpa

Nach Rodungsstopp Der Protest geht weiter

Stand: 06.10.2018 05:54 Uhr

Umweltschützer haben mit dem Rodungsstopp im Hambacher Forst einen vorläufigen Erfolg errungen. Doch damit geben sie sich nicht zufrieden. Tausende Menschen wollen heute für den Kohleausstieg protestieren.

Nach dem vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst wollen heute Tausende Menschen gegen die Braunkohle und für Klimaschutz demonstrieren. Aufgerufen haben dazu Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz und Greenpeace. Die Veranstalter rechnen nach eigenen Angaben mit 20.000 Teilnehmern.

Trotz des Etappensiegs für den Hambacher Forst bleibe der Kohleausstieg eine Aufgabe, stellte das Demo-Bündnis fest. Außerdem wollen die Braunkohlegegner ihren Erfolg am Oberverwaltungsgericht Münster feiern.

Rodungsstopp angeordnet

Die Richter hatten am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp angeordnet, bis über eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz gegen die Rodungen entschieden ist. Bis dahin dürfe RWE keine vollendeten Tatsachen schaffen.

RWE und die zuständige Bezirksregierung hätten nicht belegt, dass die sofortige Abholzung im Interesse des Gemeinwohls notwendig sei, weil anderenfalls die Energieversorgung bundes- oder landesweit nicht mehr gewährleistet wäre, hatten die Richter festgestellt. Außerdem seien die Rechtsfragen so komplex, dass man sie nicht in einem Eilverfahren beantworten könne.

Mit Farbe besprühte Bäume und ein Absperrband markieren den Rand des Hambacher Forstes | Bildquelle: dpa
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Mit Farbe besprühte Bäume: Die Rodung wurde gestoppt.

Nach Einschätzung von RWE könnte dieser Stopp möglicherweise bis Ende 2020 dauern. Das Unternehmen rechnet deshalb jährlich mit hohen Millionenverlusten.

Der BUND hatte argumentiert, dass der Wald mit seinem Bechsteinfledermaus-Vorkommen die Qualitäten eines europäischen FFH-Schutzgebietes habe und deshalb geschützt werden müsse.

Demonstrationsrecht erstritten

Einen Tag vor der Demonstration hatten die Umweltverbände ihr Demonstrationsrecht vor dem Verwaltungsgericht Aachen erstritten. Nach massiven Sicherheitsbedenken der Stadt Kerpen verbot die Aachener Polizei die Demonstration zunächst, arbeitete aber weiter an einem Einsatzkonzept für den Fall, dass das Verbot von einem Gericht gekippt würde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Oktober 2018 um 04:38 Uhr.

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