Mit einem Kran werden Aktivisten von einem Baum im Hambacher Forst geholt. Polizisten beobachten die Situation. | Bildquelle: dpa

Hambacher Forst Angespannte Stimmung im Wald

Stand: 05.09.2018 20:33 Uhr

200 RWE-Mitarbeiter auf der einen, etwa 100 Umweltaktivisten auf der anderen Seite: Die Räumung des Hambacher Forstes hat begonnen. Das Waldgebiet soll für den Braunkohle-Tagebau abgeholzt werden.

Von Andreas Josef, WDR

Die Atmosphäre ist angespannt: In sechs Meter Höhe hängt Fredi in einem Klettergurt an einer selbstgebauten Holzkonstruktion mitten im Hambacher Forst. Unter ihm haben sich etliche Polizisten in Sicherheitsausrüstung in Stellung gebracht.

Ein Kranwagen nähert sich, zwei Beamte mit Schutzschilden versuchen, den Aktivisten aus seinem Baumhaus zu holen. Fredi protestiert lautstark: Er ist Aktivist im Hambacher Forst und will die drohende Abholzung des Waldes, direkt neben dem Braunkohle-Tagebau, verhindern.

Polizei rückt in Hambacher Forst vor
tagesschau 20:00 Uhr, 05.09.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ein uraltes Ökosystem

Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen ist das derzeit umstrittenste Waldgebiet Deutschlands. Das uralte Ökosystem wurde im Jahr 973 erstmals urkundlich erwähnt. Dort wachsen geschützte Stieleichen und Hainbuchen, außerdem ist der Wald Heimat für zwölf bedrohte Fledermausarten auf einer Fläche von 12.000 Hektar.

Für den Braunkohle-Tagebau soll ein Großteil des Waldes abgeholzt werden. Die Arbeiten sollten im Herbst beginnen - und genau das wollen Fredi und seine Mitstreiter verhindern.

Ein mit einer Maske bekleideter Aktivist sitzt in seinem Baumhaus. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Die Aktivisten leben seit Jahren in den Baumhäusern und wollen diese nicht verlassen.

Fredis Baumhaus liegt direkt über einem Waldweg. Für den Tagebaubetreiber, das Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerk (RWE), und die Rodungsmaßnahmen ist das ein Hindernis. Deshalb muss es weg. Weil es in der Vergangenheit regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Aktivisten gekommen war, schützt ein Großaufgebot der Polizei die Abrissarbeiten der RWE-Mitarbeiter. Barrikaden und Bauten müssen weichen.

Öfen und Teppichböden in den Baumhäusern

In den Bauten leben seit Jahren die Aktivisten - ein langer und nervenzehrender Protest. Einige haben sogar ihre Wohnungen aufgegeben, verlassen die Baumhäuser auch in eisigen Wintern nicht. Dafür haben sie die Unterkünfte in den Baumkronen mehrere Meter über dem Waldboden sogar mit Öfen ausgestattet, es gibt Wohnzimmer mit Teppichboden. Auf und ab geht es mit Kletterseilen, damit keine Fremden über Leitern eindringen können.

Das Ziel der ganzen Anstrengungen und Entbehrungen: Die Bäume vor der drohenden Rodung schützen, indem sie auf ihnen leben. Emra, eine Aktivistin, sagt, dass Energie durch Kohle Gift sei für die Welt und ein Schritt weg von der Energiewende. Dagegen wolle sie etwas tun.

Unübersichtliche Situation

Die Lage im Hambacher Forst blieb heute weitestgehend friedlich. Es ist allerdings eine unübersichtliche Situation in dem verwinkelten Waldstück. Ab Oktober könnte sich die Lage weiter verschärfen. Denn RWE machte klar, dass die Baumhäuser der Aktivisten in jedem Fall geräumt und abgerissen werden müssten, wenn die Rodung beginnt.

Für Emra ist diese Ankündigung noch kein Grund, den Wald zu verlassen. Sie will weiter für den Hambacher Forst und eine nachhaltige Energiegewinnung stehen. Auf ihrem Baumhaus will sie deshalb auf jeden Fall bleiben, bis die Polizei sie herunter holt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. September 2018 um 15:00 Uhr.

Darstellung: