Ein beleuchteter Kürbis mit Gesicht steht vor einem Hausstür. | Bildquelle: dpa

Halloween in der Corona-Krise Weder Süßes noch Saures

Stand: 31.10.2020 17:50 Uhr

Verkleidete Kinder, die von Tür zu Tür ziehen und "Süßes oder Saures" rufen: In diesem Jahr dürfte es dazu seltener kommen. Wegen der Corona-Pandemie warnen Kinderärzte und Familienministerin Giffey vor den Halloween-Bräuchen.

Alle kleinen Gespenster und Hexen müssen in diesem Jahr stark sein: Wegen der Corona-Pandemie sind Millionen Familien in Deutschland angehalten, Halloween anders als üblich zu feiern. Auf den Brauch des Um-die-Häuser-Ziehens sollte diesmal verzichtet werden, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte - zu groß sei die Anssteckungsgefahr.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey schließt sich diesem Rat an. "In Gruppen von Tür zu Tür zu laufen und Süßigkeiten zu sammeln - dafür ist aktuell nicht die Zeit", sagte die SPD-Politikerin der "Welt". Ganz ausfallen müsse das Fest aber nicht: Zu Hause in kleinem Kreis sei Verkleiden und Naschen auch ein Spaß, so Giffey.

Spielwarenindustrie beklagt Umsatzeinbußen

Der amerikanische Halloween-Brauch ist auch in Deutschland weit verbreitet. Am Abend des 31. Oktober wimmelt es vor Häusern normalerweise von Sensenmännern, Zombies, Skeletten und beleuchteten Kürbissen. Diesmal werden Eltern mit ihren Kindern womöglich nur zu Hause Süßes essen, etwas mit Kürbis kochen und vielleicht einen passenden Film gucken.

Die Corona-Krise verdirbt allerdings nicht nur Kindern das Gruselfest, sondern auch der Spielwarenindustrie: Der jährliche Umsatz an Halloween liegt laut Deutschem Verband der Spielwarenindustrie normalerweise zwischen 50 und 100 Millionen Euro. "Das Niveau der letzten Jahre wird kaum zu erreichen sein", prognostizierte der Verband. Viele Online-Kostümhändler verzeichneten hingegen keine großen Schwankungen.

Was ist Halloween?

Das Wort Halloween leitet sich von "All Hallows’ Eve", also dem "Abend vor Allerheiligen" ab. Geprägt haben den Begriff irische und schottische Einwanderer in den USA. Jedes Jahr findet das Fest mit gruseliger Verkleidung, Kürbissen und Süßigkeiten am 31. Oktober statt.

Schon im Mittelalter sollen viele Gläubige in den katholischen Gegenden Irlands und Schottlands Masken getragen haben, um sich vor den Seelen der Toten zu verstecken. In den USA wird Halloween heute als eines der uramerikanischen Feste empfunden, das nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen feiern.

In Europa breitete sich der Brauch erst in den 1990er-Jahren aus. Kritiker sagen, dass er hier vor allem von der Spielwaren- und Süßwarenindustrie etabliert wurde. In neun deutschen Bundesländern ist der 31. Oktober ein Feiertag. Das liegt allerdings nicht an Halloween, sondern am evangelischen Reformationstag.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Welle Nord am 30. Oktober 2020 um 08:00 Uhr.

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