Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul spricht auf einer Pressekonferenz. | dpa

NRW-Innenminister Reul "Anschlag sollte volle Synagoge treffen"

Stand: 23.09.2021 14:40 Uhr

NRW-Innenminister Reul hat sich zu dem mutmaßlich vereitelten Anschlag auf eine Synagoge in Hagen geäußert. Der Tatverdächtige habe eine "möglichst volle Synagoge" treffen wollen. Wann genau der Anschlag geplant war, sei noch unklar.

Der mutmaßliche Anschlag in Hagen sollte nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden "eine möglichst volle Synagoge treffen". Den Informationen zufolge sollte es "an einem hohen jüdischen Feiertag zu einem Anschlag auf die Synagoge in Hagen kommen", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags.

"Da das Jom-Kippur-Fest unmittelbar bevorstand, lag es nahe, von einem Anschlagsplan an diesem hohen jüdischen Feiertag auszugehen", sagte Reul. "Ob der Anschlag am Ende wirklich während dieses Festes - dem heiligsten und feierlichsten Tag des jüdischen Jahres - stattfinden sollte, ist noch nicht ganz sicher."

Tatverdächtiger weist Vorwürfe zurück

Ein 16-jähriger Syrer soll den Anschlag auf die Synagoge in der Ruhrgebietsstadt vorbereitet haben. Er sitzt deswegen in Untersuchungshaft. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er keine Einzelheiten nennen, sagte Reul.

Nach dem Tipp eines ausländischen Geheimdienstes war ein Großaufgebot der Polizei am 15. September ausgerückt, um die Synagoge in Hagen zu bewachen. Wenig später war der Jugendliche festgenommen worden. Er selbst hatte bestritten, einen Anschlag geplant zu haben. Sein Verteidiger hat Antrag auf Haftprüfung gestellt.

Vater und Brüder des Tatverdächtigen wieder frei

Der Chat des 16-Jährigen mit einem IS-Terroristen soll Sicherheitskreisen zufolge belegen, dass der Jugendliche via Telegram-Messengerdienst nicht bloß einen einmaligen losen Kontakt zu dem Bombenbau-Experten hatte, sondern über einen längeren Zeitraum mit ihm kommunizierte.

Der Vater und zwei Brüder des 16-Jährigen, die die Polizei zunächst ebenfalls in Gewahrsam genommen hatte, waren kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil gegen sie kein Verdacht besteht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2021 um 16:00 Uhr.