Nationales Cyber-Abwehrzentrum | Bildquelle: dpa

Nach Cyberangriff Behörden ermitteln zu Datendiebstahl

Stand: 04.01.2019 20:05 Uhr

Die Sicherheitsbehörden suchen nach dem Urheber des Cyberangriffs auf Politiker, Journalisten und Künstler. Der groß angelegte Datendiebstahl alarmiert nicht nur die Politik - und wirft viele Fragen auf.

Nach der Veröffentlichung persönlicher Daten von Politikern, Künstlern und Journalisten ermitteln mehrere Behörden. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Datendieb zu finden, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer. Die meisten der Betroffenen erfuhren erst jetzt, dass ihre Daten zum Teil schon seit Tagen im Netz zu finden waren.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde der Cyberangriff bekannt, als Unbekannte bei SPD-Politiker Martin Schulz anriefen. Ein Mitarbeiter des ehemaligen Spitzenkandidaten der Partei habe am Donnerstag die Polizei in Aachen informiert, dass Schulz von Fremden auf seiner nicht öffentlich zugänglichen Nummer angerufen worden sei. Der Bundestag habe dann in der Nacht erfahren, dass auch andere Abgeordnete betroffen sind.

Cyberattacke: alle Parteien mit Ausnahme der AfD betroffen
tagesschau 20:00 Uhr, 04.01.2019, Kerstin Breinig, RBB

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Hinweise auf Missbrauch von Passwörtern

Die Bundesregierung geht nicht davon aus, dass ein Hackerangriff auf die IT-Systeme von Regierung und Bundestag hinter dem Datenklau steckt. "Vieles deutet darauf hin, dass Daten durch die missbräuchliche Nutzung von Zugangsdaten zu Clouddiensten, E-Mail-Accounts oder sozialen Netzwerken erlangt wurden", sagte Seehofer.

Nach Informationen des NDR gibt es Indizien, dass ein Einzeltäter dafür verantwortlich sein könnte. Der Hacker namens Orbit soll bereits vor zwei Jahren den Twitteraccount des deutschen Youtube-Stars Dezztroyz alias Yannick Kromer gekapert und danach für die Verbreitung privater Daten und Dokumente von Politikern und Prominenten missbraucht haben. Kromer sagte, er habe erfolglos versucht, seinen Account zurückzubekommen. Orbit sei offenbar auch für Hackerangriffe auf andere deutsche Youtube-Stars verantwortlich. Es gehe ihm aber vermutlich vor allem darum, Aufmerksamkeit zu bekommen.

In die Ermittlungen eingebunden sind das Bundeskriminalamt, der Verfassungsschutz und zahlreiche andere Behörden - auch auf Länderebene. Koordiniert werden sie vom Nationalen Cyber-Abwehrzentrum. Auch der Generalbundesanwalt prüft den Fall. Bei den gestohlenen und veröffentlichten Daten handelt es sich offensichtlich um aktuelle und ältere Datensätze. Auch von gefälschten Informationen ist die Rede.

Datenklau blieb lange fast unbemerkt

Über Twitter hatte ein Unbekannter im Dezember - zunächst weitgehend unbemerkt - Listen mit Telefonnummern, Adressen und anderen Daten von Hunderten Personen des öffentlichen Lebens veröffentlicht. Heute wurde der Twitter-Account gesperrt. Twitter erklärte, die unerlaubte Veröffentlichung privater Informationen verstoße gegen die Regeln des Dienstes.

"Die Bundesregierung nimmt diesen Vorfall sehr ernst", erklärte eine Regierungssprecherin. Bei den Politikern gehe es um "alle Ebenen": Abgeordnete aus dem Bundestag, dem Europaparlament und den Landtagen sowie Kommunalpolitiker. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ist betroffen. Aus dem Kanzleramt selbst seien aber keine sensiblen Daten abgeflossen, sagte die Sprecherin. Nach bisherigen Informationen sind bis auf die AfD alle im Bundestag vertretenen Parteien betroffen.

Betroffene erstatten Strafanzeige

Grünen-Chef Robert Habeck und der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz stellten wegen der Veröffentlichung ihrer Daten im Internet Strafanzeige gegen Unbekannt. Neben Politikern und Journalisten gehören auch unter anderem der Schauspieler Til Schweiger und Fernsehmoderator Jan Böhmermann zu den Opfern des Datenklaus.

Politiker zeigten sich entsetzt über den Angriff. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) wertete die Attacke als "schwerwiegenden Angriff auf die Demokratie". Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warnte im Saarländischen Rundfunk davor, den Angriff zu unterschätzen: "Es geht nicht nur um die betroffenen Kolleginnen und Kollegen, sondern es geht um die Funktionsfähigkeit von Politik und die Vertraulichkeit politischer Vereinbarungen."

Fragen an die Sicherheitsbehörden

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer forderte Aufklärung über die Rolle der Sicherheitsbehörden. Sie will wissen, "weshalb die Sicherheitsbehörden nicht auf das Datenleck aufmerksam geworden sind, obwohl personenbezogene Daten bereits tagelang im Netz kursierten".

Massiver Cyberangriff alarmiert Politik und Sicherheitsbehörden
tagesschau 20:00 Uhr, 04.01.2019, Justus Kliss, ARD Berlin

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Auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte die Informationspolitik der Behörden: "Ich finde in solch schwerwiegenden Fällen ist die Informationspflicht das Erste." Natürlich könnten dort Fraktions- oder Parteivorsitzende nicht helfen. "Aber informiert sollten sie schon sein und derartige schwerwiegende Dinge nicht aus den Medien erfahren."

Der Chaos Computer Club (CCC) bezeichnete den Angriff als einen Weckruf für jeden einzelnen Computernutzer. "Die Attacke zeigt, was passiert, wenn sich jemand wirklich dahinter klemmt und versucht, systematisch Unsicherheiten und Schlampigkeit auszunutzen, die wir alle im Alltag mit unseren Geräten und Informationen betreiben", sagte CCC-Sprecher Frank Rieger.

Mit Informationen von Andrea Müller, ARD-Hauptstadtstudio; Peter Hornung und Svea Eckert, NDR.

Datenklau: Entsetzen in der Politik
Cecilia Reible, ARD Berlin
04.01.2019 16:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Januar 2019 um 15:00 Uhr.

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