Eine Frau arbeitet zuhause am Computer. | Bildquelle: dpa

Greenpeace-Studie Mehr Homeoffice, mehr Klimaschutz

Stand: 20.08.2020 10:12 Uhr

Telefon und Videokonferenz statt tägliche Autofahrten ins Büro: Laut einer Greenpeace-Studie könnten Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, wenn mehr Menschen öfter im Homeoffice arbeiten würden.

Homeoffice spart einer Studie zufolge Millionen Tonnen CO2 und senkt spürbar die Verkehrsbelastung.

Um 5,4 Millionen Tonnen pro Jahr kann der CO2-Ausstoß im Verkehr sinken, wenn 40 Prozent der Arbeitnehmer dauerhaft an zwei Tagen pro Woche von zuhause arbeiten. Das entspreche 18 Prozent aller durch Pendeln entstehenden Emissionen, wie aus einer Studie des Berliner Instituts IZT hervorgeht.

Zugleich fielen im Jahr gut 35 Milliarden Personenkilometer weg, was die Straßen entlasten würde, hieß es in der Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegeben hat. "Die Corona-Monate haben gezeigt, dass sich viele Arbeiten problemlos von zu Hause erledigen lassen", sagt Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan.

Regierung soll Homeoffice fördern

"Bundesregierung und Unternehmen sollten die Arbeit im Homeoffice jetzt konsequent fördern, denn Telearbeit schützt das Klima, entlastet den Verkehr und schenkt Arbeitnehmenden Zeit und Flexibilität." Die Pendlerpauschale solle schrittweise gestrichen und der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden.

Deutlicher Anstieg von Homeoffice

Im Zuge der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie stieg die Zahl der Homeoffice-Nutzer deutlich, wie es weiter hieß. Während ihr Anteil vor der Krise etwa 13 Prozent betragen habe, hätten im Frühjahr 2020 etwa 25 Prozent der Arbeitnehmer ausschließlich von zu Hause gearbeitet, erklärte Greenpeace.

Heil plant Entwurf für Recht auf Homeoffice

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will bis spätestens Oktober einen Gesetzentwurf für ein Recht auf Homeoffice über die Corona-Pandemie hinaus vorlegen. Künftig soll jeder Arbeitnehmer das Arbeiten von Zuhause aus einfordern können - oder zumindest jeder, für den das auch betrieblich möglich ist.

Widerstand nicht nur aus den Reihen der Union, sondern auch von Arbeitgeberverbänden. So bezeichnete der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, ein Recht auf Homeoffice als Ladenhüter, der "aus der Zeit gefallen" sei. Mit Homeoffice allein könne die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden. Stattdessen forderte er ein Belastungsmoratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken.

Homeoffice begünstigt Klimaschutz
Michaela Kahmke, NDR Info
20.08.2020 14:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2020 um 09:00 Uhr.

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