Dachbegrünung am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof in Berlin.  | picture alliance / Britta Peders

Klimaoptimierter Städtebau Millionen für mehr Grün, Luft und Wasser

Stand: 19.07.2022 16:08 Uhr

Wenn es immer häufiger immer heißer wird, müssen Städte umgestaltet werden - mit mehr Grün, mehr Wasser, mehr Schneisen für kühlenden Wind. Der Bund fördert solche Städtebauprojekte. Bis Oktober können Anträge gestellt werden.

Bauministerin Klara Geywitz hat Städte und Kommunen aufgerufen, sich baulich auf den Klimawandel einzustellen. Dies sei eine der großen Herausforderungen derzeit. Die Städte bräuchten mehr Frischluftschneisen, mehr Wasser und mehr Grün, was helfe, die Umgebung zu kühlen, sagte die SPD-Politikerin in Babelsberg.

"Wir brauchen mehr Grün in der Stadt, und unsere Städte müssen auch mehr Wasser speichern können, wenn wir die Starkregen-Ereignisse betrachten", sagte die Ministerin. "Wenn wir Bäume pflanzen wollen, dann brauchen die natürlich auch Platz", sagte sie den Sendern RTL und n-tv. Deshalb müssten die Mobilitätskonzepte überdacht werden, denn Autos nehmen viel Platz ein. Es gehe darum, "dass man nicht Flächen verschwendet einfach nur zum Parken, sondern dass man eine Kombinationsmöglichkeit hat", sagte Geywitz.

Grüne Fassaden - Flüsse in der Stadt

Der Bund wolle Projekte für Straßen- und Fassadenbegrünung fördern und auch die Errichtung von innerstädtischen Flüssen und Bächen - dies "kühlt natürlich auch die Umgebung und ist auch noch wunderschön".

Kommunen können bis Oktober Anträge stellen

Im Rahmen der Städtebauförderung stellt der Bund jährlich 790 Millionen Euro Fördergelder für Stadtentwicklung zur Verfügung. Um Geld aus diesem Topf zu erhalten, ist mittlerweile eine Grundvoraussetzung, dass die geförderten Projekte auch der Klimaanpassung dienen.

In einem weiteren Topf, dem Bundesprogramm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel, stehen nochmals 467 Millionen Euro bereit. Bis Oktober könnten Kommunen noch Anträge über mindestens eine Million Euro stellen, um "modellhaft" zu zeigen, was geht, sagte Geywitz.

Gefördert werden Grün- und Freiflächenprojekte, die CO2 binden oder "stadtklimatische Defizite" bekämpfen, etwa Hitzeinseln. Das gesamte Programm zielt demnach auf komplexe Projekte, die bestehende Grünflächen zu leistungsfähigeren Netzwerken zusammenschließen, und Quartiere, die sich besonders aufheizen, gezielt entlasten oder große asphaltierte Flächen in Grün- und Wasserflächen umwandeln.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Juli 2022 um 12:00 Uhr.