Frauen mit kurzen Röcken

Pläne der Justizministerin "Upskirting" soll strafbar werden

Stand: 12.09.2019 11:57 Uhr

Bislang ist das heimliche Fotografieren unter Röcke und Kleider gesetzlich höchstens eine Ordnungswidrigkeit. Das soll sich ändern. Justizministerin Lambrecht will das sogenannte "Upskirting" strafbar machen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will das heimliche Fotografieren unter Röcke und Kleider per Gesetz unter Strafe stellen. Es handele sich um "widerliche Eingriffe in die Intimsphäre", sagte Lambrecht in der Haushaltsdebatte des Bundestags. Im Netz würden die entsprechenden Aufnahmen angeboten und verkauft, beklagte die SPD-Politikerin. Deshalb werde sie demnächst einen entsprechenden Gesetzentwurf vorstellen. 

Bisher werden diese Übergriffe allenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet, hatte Lambrecht zuvor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. "Dies reicht nicht aus, um die Betroffenen effektiv zu schützen und den Tätern klarzumachen, dass ihr Verhalten absolut inakzeptabel ist." 

Änderung des Strafgesetzbuchs

Lambrecht will deshalb das Strafgesetzbuch ändern. "Aktuell erarbeiten wir Vorschläge, wie eine solche Strafnorm aussehen kann, und wollen das zügig umsetzen", sagte sie.

Mitte August hatte Rheinland-Pfalz eine entsprechende Initiative im Bundesrat in Aussicht gestellt. Zuvor hatten Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen mitgeteilt, einen Gesetzentwurf für eine Initiative der Länderkammer zum "Upskirting" vorzubereiten. Auch Schleswig-Holstein wollte sich daran beteiligen.

Bislang sind solche Aufnahmen in der Regel nicht strafbar - es sei denn, das Opfer hält sich in einer Wohnung auf und die Aufnahmen verletzen den höchstpersönlichen Lebensbereich. Zwei junge Frauen hatten schon vor Wochen eine Online-Petition gestartet, um "Upskirting" unter Strafe zu stellen. Bislang haben sich mehr als 85.000 Unterzeichner ihrer Initiative angeschlossen.

Justizministerin Lambrecht: Upskirting soll strafbar werden
Katrin Schirner, ARD Berlin
12.09.2019 08:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2019 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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