Ein Hausarzt impft einen jungen Mann gegen Corona. | dpa

Ab nächster Woche Erstmals genügend Impfstoff für Arztpraxen

Stand: 02.07.2021 08:48 Uhr

Zum Impfstart in den Arztpraxen waren es nur wenige Impfdosen in der Woche - nun sollen die Ärzte in der kommenden Woche erstmals reichlich Impfstoff bekommen. Damit rechnet die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Deutschlands Arztpraxen dürften in der kommenden Woche erstmals die Menge Corona-Impfstoff geliefert bekommen, die sie bestellt haben. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Nachrichtenagentur dpa.

Denn die Praxen hätten mit bundesweit rund 2,3 Millionen bestellten Dosen weniger Impfstoff angefordert als bereitstehen. Die Praxen bräuchten aber weiterhin ausreichend Impfstoff.

Für nächste Woche bestellten die Arztpraxen bundesweit rund zwei Millionen Impfdosen BioNTech - obwohl sie 2,2 Millionen hätten bestellen können. Bei AstraZeneca wurden 325.000 Dosen geordert, 1,1 Millionen hätten bereitgestanden.

Patienten und Ärzte im Urlaub

Gassen sagte, seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus hätten die Vertragsärztinnen und -ärzte regelmäßig deutlich weniger Impfstoff erhalten, als sie benötigt hätten. Nun machten sich die Ferien in immer mehr Bundesländern bemerkbar.

Viele Patienten und Ärzte seien im Urlaub. Immer mehr Menschen seien auch geimpft. "Dennoch ist der Andrang in den meisten Arztpraxen ungebrochen groß." Viele Praxen seien noch dabei, die langen Wartelisten abzuarbeiten.

Nachimpfung von Pflegeheimbewohnern

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus haben Patientenschützer unterdessen eine schnelle Entscheidung über die Nachimpfung von Pflegeheimbewohnern gefordert. "Noch im Juli braucht es eine politische Entscheidung, wann das Auffrischungsangebot für die Pflegeheimbewohner starten soll", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die meisten Heimbewohner hätten schließlich schon im Februar ihre zweite Impfdosis erhalten. Es zeichne sich ab, dass der Impfschutz bei Hochbetagten schneller seine Wirkung verliere als bei der jungen und mittleren Generation. Deshalb dürfe jetzt keine Zeit vertan werden, mahnte Brysch.

Stiko: Datenlage für Auffrischungen zu dünn

Allerdings sei die Datenlage für klare Empfehlungen zu Auffrischungsimpfungen noch für zu dünn, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens. "Für eine solide Antwort braucht es noch Daten, Zeit und Arbeit", sagt Mertens der "Rheinischen Post".

Demnach muss man zwischen sogenannten Immunparametern, die im Labor bestimmbar seien und der Schutzdauer einer Impfung unterscheiden. Diese Indikatoren seien nicht bei allen gleich, sondern hängen vom Alter und der Immunkompetenz des Geimpften ab. "Ergebnisse zu den Immunparametern gibt es bisher wenige, und wir erwarten weitere und mehr im Sommer", so der Stiko-Chef.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juli 2021 um 09:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Moderation 02.07.2021 • 15:09 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Liebe User, um Ihre Kommentare zum Thema „Corona“ besser bündeln zu können, haben wir uns entschieden, die Kommentarfunktion in diesem Artikel zu schließen. Gern können Sie das Thema hier weiter diskutieren: https://meta.tagesschau.de/id/149336/nach-stiko-empfehlung-spahn-wirbt-f... Viele Grüße Die Moderation