Polizeibeamte stehen nahe eines ausbrennenden Autos. | Bildquelle: dpa

Nach G20-Krawallen Razzien in vier europäischen Ländern

Stand: 29.05.2018 07:28 Uhr

Die Polizei hat am Morgen nach Informationen des NDR Wohnungen in vier europäischen Ländern durchsucht. Hintergrund sind die Krawalle auf der Hamburger Elbchaussee beim G20-Gipfel im vergangenen Juli.

Bei ihrer Suche nach Verdächtigen im Zusammenhang mit den schweren G20-Ausschreitungen in Hamburg hat die Polizei nach Informationen des NDR in vier europäischen Ländern Wohnungen und linke Szenetreffs durchsucht. Mit der Maßnahme erhofft sich die Polizei vor allem neue Erkenntnisse zu den Krawallen an der Elbchaussee. Dort hatte am frühen Morgen des 7. Juli 2017 eine Gruppe von ca. 220 vermummten Personen schwere Zerstörungen angerichtet. 

Grundlage für die Durchsuchungen ist laut Soko-Leiter Jan Hieber die Auswertung von Videomaterial, das mehrere Verdächtige mit den Ausschreitungen der Elbchaussee in Verbindung bringt. Zudem ist es den Ermittlern nach eigener Aussage gelungen, durch Auswertung von DNA-Spuren Tatverdächtigen ihre Beteiligung an den Krawallen nachzuweisen.

Italien, Frankreich, Schweiz und Spanien

Unter anderem durchsuchte die Polizei in den italienischen Städten Rom und Genua Objekte, darunter auch die Wohnung eines Mannes, der in Hamburg bereits wegen Angriffs auf Polizeibeamte bei den Krawallen in der Sternschanze verurteilt worden war. Inzwischen gehen die Hamburger Ermittler auch davon aus, dass er an den Krawallen an der Elbchaussee beteiligt war.

Auch in Bremgarten in der Schweiz durchsuchten Beamte die Wohnräume eines 27-jährigen Mannes, dessen Foto die Ermittler bereits im Zusammenhang mit den Elbchaussee-Krawallen veröffentlicht hatten. Die Festnahme des Mannes sei auf Anfrage der Hamburger Sonderkommission "Schwarzer Block" erfolgt, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Ob bei ihm belastendes Material sichergestellt wurde, konnte der Sprecher nicht sagen. Auch in Frankreich wird nach einer Person mit europäischem Haftbefehl gefahndet.

Unterstützung von europäischen Behörden

Zudem wurden in Spanien im Großraum Madrid drei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Insgesamt ermittelt die Sonderkommission hier gegen sieben Tatverdächtige, die am Abend des 7. Juli 2017 bei den schweren Krawallen im Hamburger Schanzenviertel Polizeibeamte angegriffen haben sollen.

Unterstützt wurden die Zugriffe von der europäischen Behörde Eurojust in Den Haag. Im Laufe des Tages will die Hamburger Polizei weitere Fotos von Tatverdächtigen der Elbchaussee-Ausschreitungen präsentieren.

G20-Durchsuchungen in vier Ländern
Peter Hornung, NDR
29.05.2018 08:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Mai 2018 um 08:00 Uhr.

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