Ein Rentnerehepaar geht am Strand Arm in Arm spazieren. | picture alliance/dpa

Vorzeitiger Ruhestand Mehr Menschen gehen früher in Rente

Stand: 26.10.2022 15:06 Uhr

Viele Menschen nehmen für einen früheren Renteneintritt offenbar eine kleinere Rente in Kauf - das zeigen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Im vergangenen Jahr traf das auf so viele Menschen zu wie seit 2013 nicht mehr.

Die Zahl der Neurentnerinnen und Neurentner, die für einen vorzeitigen Ruhestand Abschläge in Kauf nehmen, ist leicht gestiegen. Das zeigen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Im vergangenen Jahr wurden demnach von 858.000 Neuzugängen insgesamt 210.616 Altersrenten gekürzt. Das entspreche jeder vierten Altersrente (24,5 Prozent) und ist damit der höchsten Zahl seit 2013. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über den Anstieg berichtet, die DRV bestätigte tagesschau.de die genannten Zahlen.

Auffällig ist: Besonders häufig gingen demnach Frauen im Osten vorzeitig mit Abschlägen in Rente - bei ihnen betrug der Anteil der gekürzten Neurenten 40 Prozent. 

Im Vergleich zu 2021 nur geringfügiger Anstieg

Der Anstieg des Anteils abschlagsbehafteter Altersrenten sei 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 nur geringfügig gestiegen, erklärte die Deutsche Rentenversicherung. So nahmen 2020 erstmals 829.000 Rentnerinnen und Rentner eine Altersrente in Anspruch. Davon bezogen 193.839 eine Altersrente mit Abschlägen, was nach Angaben der Rentenversicherung einer Quote von 23,4 Prozent entspricht.

27,7 Monate vor regulärem Renteneintritt

Im Schnitt gingen die Betroffenen den aktuellen Angaben zufolge 27,7 Monate vor dem regulären Renteneintritt in den Ruhestand. Zum Vergleich: 2020 lag die Zahl noch bei rund 27,0 Monaten. Die Renten wurden 2021 durchschnittlich um 8,3 Prozent beziehungsweise 110 Euro pro Monat gekürzt.

Regelaltersgrenze hat sich erhöht

Die vorzeitige Rente mit Abschlägen können Beschäftigte ab 63 Jahren in Anspruch nehmen, wenn sie mindestens 35 Versicherungsjahre nachweisen können. Ihre Renten werden pro Monat vor dem regulären Rentenalter um jeweils 0,3 Prozent gekürzt.