Friseurmeister Schoroth schließt Mitte Dezember sein Friseurgeschäft, seither ist es wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen | dpa

Protestaktion Friseure lassen das Licht an

Stand: 31.01.2021 16:49 Uhr

In vielen Städten lassen Friseure heute in ihren leeren Salons das Licht brennen. Mit der Aktion will die Branche auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam machen. Vielen stehe das Wasser bis zum Hals, so der Zentralverband.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat die Inhaber der Friseursalons dazu aufgerufen, 24 Stunden Licht anzulassen. Die Aktion "Licht an!" startete am Morgen und geht bis Montag früh. Sie soll auf die dramatische wirtschaftliche Situation der Friseur-Betriebe aufmerksam machen.

Seit mittlerweile sechs Wochen machen die Friseure keinen Umsatz mehr. Das Datum für die Aktion ist nicht zufällig gewählt. Am 1. Februar sollten die Salons ursprünglich wieder aufmachen können. Nun kämpft die Branche dafür, am 15. Februar wieder öffnen zu dürfen.

Hilfspakete kommen oft nicht an

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Uns steht das Wasser bis zum Hals - wir brauchen endlich schnelle und umfassende Hilfe vom Staat." Bei vielen Friseuren seien die Konten leer. Miete und andere Fixkosten müssten weiterbezahlt werden, obwohl es keine Einnahmen gebe, sagte Esser weiter. "Wir leisten einen immensen Beitrag zur Pandemiebekämpfung, sind aber trotzdem von der Politik vergessen worden."

Die Soforthilfen, die im vergangenen Frühjahr nach dem Ausbruch der Pandemie gezahlt wurden, mussten in der Regel wieder zurückgezahlt werden. Auf die Dezemberhilfe haben die meisten der rund 80.000 Salons keinen Anspruch, da sich diese am Vorjahresumsatz orientiert.

Die im Januar auf den Weg gebrachte "Überbrückungshilfe III" sei wiederum viel zu bürokratisch, sagte Frank Kulig, Obermeister der Friseur-Innung Dortmund dem WDR. Im Moment könne der Zuschuss zu den Fixkosten nur von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern beantragt werden. Kulig wünscht sich, dass wenigstens Krankenkassen- und Mietkosten einfacher beantragt werden können.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Februar 2021 um 12:00 Uhr.