Tsitsi Dangarembga | dpa

Deutscher Buchhandel Tsitsi Dangarembga erhält Friedenspreis

Stand: 21.06.2021 15:57 Uhr

Tsitsi Dangarembga hat sich als Autorin, Filmemacherin und Aktivistin einen Namen gemacht - und erhält dafür nun den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Sie sei eine weithin hörbare Stimme Afrikas, so die Jury.

Die simbabwische Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Sie sei nicht nur eine der wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes, sondern auch eine weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur, teilte die Jury in Frankfurt am Main mit.

Dangarembga beschreibt in ihrer Romantrilogie am Beispiel einer heranwachsenden Frau den Kampf um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben und weibliche Selbstbestimmung in Simbabwe. "Dabei zeigt sie soziale und moralische Konflikte auf, die weit über den regionalen Bezug hinausgehen und Resonanzräume für globale Gerechtigkeitsfragen eröffnen", so die Jury.

Kulturförderung und Kampf für Freiheitsrechte

In ihren Filmen thematisiert Dangarembga Probleme, die durch das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne entstehen. Begleitet wird ihr künstlerisches Schaffen vom Engagement, die Kultur in ihrem Land zu fördern - und sie insbesondere für Frauen zu öffnen. Gleichzeitig kämpft sie für Freiheitsrechte.

Dangarembga wurde am 14. Februar 1959 in Mutoko im damaligen Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, geboren. Sie studierte in ihrem Heimatland Psychologie und schrieb erste Theaterstücke. 1988 erschien ihr Debüt-Roman "Nervous Conditions" ("Der Preis der Freiheit").

Anfang der 1990er Jahre studierte sie in Berlin Filmregie und gründete in Harare eine Filmproduktionsfirma. Im Jahr 2000 kehrte sie endgültig nach Afrika zurück. 2020 rief sie zur Teilnahme an einer Anti-Korruptions-Demo auf, wofür sie für kurze Zeit inhaftiert und auf Bewährung wieder freigelassen wurde.

Mit 25.000 Euro dotiert

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 vergeben. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Überreicht wird die Auszeichnung traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche - in diesem Jahr ist das der 24. Oktober. Aufgrund der Corona-Pandemie soll der Preis dann "unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Gesundheitsbestimmungen" übergeben werden.

Im vergangenen Jahr war der indische Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Er konnte aufgrund der Corona-Lage jedoch nicht nach Frankfurt reisen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juni 2021 um 12:00 Uhr.