Fluglotsen sitzen an ihren Arbeitsplätzen in einem Kontrollraum der Deutschen Flugsicherung. | Bildquelle: dpa

Flugsicherung rechnet mit Engpässen Zu viele Flüge, zu wenig Lotsen

Stand: 10.04.2019 14:27 Uhr

Die Lotsen der deutschen Flugsicherung (DFS) müssen immer mehr Flüge überwachen. Die Verspätungen nehmen zu - von einem "Chaos" in der Luft will der DFS-Chef allerdings nichts wissen.

Die Flugsicherung (DFS) erwartet auch für das laufende Jahr wieder Engpässe am deutschen Himmel. Trotz einiger Gegenmaßnahmen gebe es nach wie vor zu wenig Lotsen und überlastete Verkehrsräume - trotz wachsendem Flugverkehr, so die DFS bei der Vorstellung ihrer Jahresbilanz.

Nachdem das bundeseigene Unternehmen bereits im vergangenen Jahr einen Rekord an Flugbewegungen verzeichnete, steigt die Zahl in diesem Jahr nach eigenen Angaben erneut voraussichtlich um 3,4 Prozent auf dann 3,5 Millionen zu kontrollierende Flugbewegungen.

Deutsche Flugsicherung will zur Hauptsaison mehr Fluglotsen bereitstellen
tagesschau24 17:00 Uhr, 10.04.2019, Alex Jakubowski, HR

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"Es gibt kein Chaos"

Besonders der obere Luftraum, der aus dem Center Karlsruhe gesteuert wird, ist über Deutschland offenbar überlastet. Täglich müssten Hunderte Flüge in den darunter liegenden Luftraum verlagert werden, obwohl die Flugzeuge dort wegen des höheren Luftwiderstands mehr Sprit verbrauchen, so die DFS.

DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle wehrte sich allerdings gegen den Begriff "Chaos". "Es gibt kein Chaos. Wir schaffen als Flugsicherung Ordnung am Himmel. Aber genau diese Ordnung generiert manchmal Verspätungen."

Die von der deutschen Flugsicherung verursachten Verspätungen sind deutlich gestiegen - von 0,5 Minuten 2017 auf 1,23 Minuten pro Flug im vergangenen Jahr. Angestrebt wird ein Wert von höchstens einer Viertel-Minute.

Die DFS hat nach Scheurles Angaben mehrere Maßnahmen dagegen ergriffen. Dazu gehören etwa die intensivierte Ausbildung neuer Lotsen und die Freistellung der Bestandslotsen von fachfremden Tätigkeiten. Eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft der Flugsicherung zu zusätzlichen Überstunden gibt es hingegen noch nicht. Die am Montag begonnenen Gespräche seien aber sehr konstruktiv verlaufen, sagte Scheurle.

Schild der Deutschen Flugsicherung
galerie

Die von der deutschen Flugsicherung verursachten Verspätungen sind deutlich gestiegen

30 Millionen Euro Verlust

Obwohl sie deutlich mehr Flüge durch den deutschen Luftraum gelotst hat, hat die DFS weniger Umsätze verbucht. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Die Zahl der DFS-kontrollierten Flüge war in der gleichen Zeit um 4,2 Prozent gestiegen. Unter dem Strich gab es einen Verlust von 30,1 Millionen Euro, nachdem 2017 noch ein Gewinn von 30,8 Millionen Euro angefallen war.

Als wichtigsten Grund nannte DFS-Chef Scheuerle die durch EU-Regulierung abgesenkten Flugsicherheitsgebühren. Diese Entwicklung gehe auch im laufenden Jahr weiter. Positiv habe sich das kommerzielle Drittgeschäft entwickelt, in dem die DFS unter anderem Flughafentower in Großbritannien betreibt. Bei einem Umsatz von 67 Millionen Euro wurde ein operativer Gewinn von 1,5 Millionen Euro erzielt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. April 2019 um 12:00 Uhr.

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