Offenbar nutzen Generäle seit Jahren ohne Genehmigung die Flugbereitschaft der Regierungsflotte. | Bildquelle: dpa

Neuer Regierungsflieger Zuwachs für die weiße Flotte?

Stand: 15.12.2018 14:21 Uhr

Die Flugzeugpanne von Kanzlerin Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel soll Konsequenzen haben: Verteidigungsministerin von der Leyen will laut einem Medienbericht einen dritten Regierungsflieger anschaffen.

Ursula von der Leyen in einem Airbus A 319 der Flugbereitschaft der Bundeswehr | Bildquelle: dpa
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Ursula von der Leyen nannte die Panne von Merkel "bitter".

Nach der Panne von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Regierungsflotte um mindestens einen Langstrecken-Airbus vergrößern.

Das Bundesverteidigungsministerium stellte laut "Bild am Sonntag" seine Pläne am Mittwoch im Kabinett vor. Die Bundeswehr hält demnach die Beschaffung mindestens eines dritten Langstreckenflugzeugs vom Typ A330 oder A350 für erforderlich. Aktuell verfügt die Flugbereitschaft über zwei A340. Die Kosten für den Kauf eines A330 oder A350 liegen je nach Ausstattung und ob sie gebraucht oder neu erworben werden laut dem Bericht zwischen 200 und 300 Millionen Euro.

Auch Besatzung soll aufgestockt werden

Von der Leyen nannte den Ausfall des Regierungsfliegers auf dem Weg nach Buenos Aires "bitter". Deshalb sollten neben der Neuanschaffung auch die Besatzungen aufgestockt werden.

Das Geld für die Pläne müsse nach Auffassung von der Leyens zusätzlich aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden. "Selbstverständlich darf der Transport der Regierungsmitglieder zu wichtigen Terminen nicht zu Lasten der Luftwaffe gehen, die ihr Budget für Hubschrauber und Flugzeuge in den Einsätzen braucht", sagte die Ministerin.

Maschinen der Flugbereitschaft der Luftwaffe | Bildquelle: ARD aktuell
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Die Grafik zeigt die weiße Flotte. Der A321 soll in Kürze in den Dienst genommen werden. Die Flotte ist auf dem Flughafen Köln/Bonn und in Berlin-Tegel stationiert.

Weiße und graue Flotte

Merkel war nach der Panne erst verspätet beim G20-Gipfel in Buenos Aires eingetroffen. Sie und Finanzminister Olaf Scholz reisten schließlich mit einem Linienflugzeug nach Argentinien. Grund für die Panne war der Ausfall einer elektronischen Verteilerbox.

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr teilt sich in eine weiße und graue Flotte auf. Die weiße Flotte umfasst acht Flugzeuge verschiedener Typen. Als "Regierungsflieger" werden gemeinhin die beiden Langstreckenjets vom Typ Airbus A340-300 mit den Namen "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" bezeichnet. Mit diesen Jets sind der Bundespräsident oder die Bundeskanzlerin in der Regel unterwegs, wenn es ins Ausland geht.

Die graue Flotte mit ihren fünf Maschinen vom Typ Airbus A310 ist vor allem für militärische Zwecke gedacht, um Soldaten in Einsatzgebiete zu bringen oder für die medizinische Versorgung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Dezember 2018 um 17:00 Uhr.

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