Das provisorische Zeltlager Kara Tepe. Es wurde nach dem Brand von Moria errichtet | Bildquelle: dpa

Nach Brand im Lager Moria 101 Geflüchtete in Deutschland angekommen

Stand: 16.10.2020 13:45 Uhr

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hatte Deutschland die Aufnahme von weiteren rund 1500 Menschen zugesagt. Die ersten 26 Familien sind nun in Hannover eingetroffen.

Deutschland hat weitere 101 Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufgenommen. 61 Kinder und 40 Erwachsene seien am Vormittag in Hannover gelandet, erklärte das Bundesinnenministerium. Demnach handelt es sich um insgesamt 26 Familien. Sie würden zunächst in einer Aufnahmeeinrichtung in Friedland untergebracht und dann auf sieben Bundesländer verteilt.

Es sind die ersten Menschen aus einer Gruppe von insgesamt 1553, deren Aufnahme Deutschland nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zugesagt hatte. Sie wurden von der griechischen Regierung bereits als schutzberechtigt anerkannt.

Bereits im Frühjahr war entschieden worden, 243 kranke Kinder mit ihren Kernfamilien aus Griechenland aufzunehmen. Darüber hinaus hatte die Bundesregierung angekündigt, sich nach dem Brand in Moria an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen zu beteiligen, die von der griechischen Regierung auf das Festland transferiert wurden. Deutschland wird davon bis zu 150 aufnehmen.

Verzögerungen wegen Corona-Verdacht

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte, es werde höchste Zeit, den schutzlosen Menschen dort Hilfe zukommen zu lassen. "Die Bedingungen auf den griechischen Inseln sind nach wie vor prekär, die kältere Jahreszeit erschwert das Leben dort zusätzlich", betonte der Minister.

Insgesamt wurden laut Bundesinnenministeriums in diesem Jahr bislang 905 Menschen per Flugzeug nach Deutschland gebracht. Alle Programme zusammen umfassen rund 2500 Aufnahmen. Ob die Aufnahmen noch vor dem Winter abgeschlossen sein werden, konnte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums noch nicht sagen. Man bemühe sich um schnellstmögliche Umsetzung, betonte er. Logistische Gründe oder ein Corona-Verdacht verzögerten Flüge aber auch immer wieder, so dass ein konkretes Datum nicht genannt werden könne.

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