Flüchtlinge auf einem Boot im Mittelmeer (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Migration über das Mittelmeer Über Spanien nach Deutschland?

Stand: 05.08.2018 05:24 Uhr

Die Bundesregierung rechnet damit, dass viele der nach Spanien kommenden Migranten nach Deutschland weiterziehen. Deswegen will sie gegebenenfalls die Grenzen zur Schweiz und zu Frankreich stärker kontrollieren.

Wegen der steigenden Einwanderung nach Spanien über das Mittelmeer will das Bundesinnenministerium gegebenenfalls stärker auf die Grenzen zur Schweiz und zu Frankreich achten.

"Wir befürchten, dass sich viele Migranten auf den Weg nach Frankreich, den Beneluxländern und Deutschland machen könnten", sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Helmut Teichmann, der "Bild am Sonntag". "Sollten wir dies feststellen, werden wir die Schleierfahndung und Kontrollen an der deutsch-schweizerischen und der deutsch-französischen Grenze verstärken."

Flüchtlinge an Bord eines Schiffs der spanischen Küstenwache. | Bildquelle: AP
galerie

Die spanische Küstenwache nimmt derzeit immer mehr Menschen von Booten auf, die über das Mittelmeer nach Europa wollen.

Spanien löst Italien ab

Erstmals seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 sind im ersten Halbjahr 2018 mehr Bootsflüchtlinge in Spanien angekommen als in Italien. Laut UNHCR trafen dort in diesem Jahr auf dem Seeweg mehr als 23.500 Menschen ein, im Vergleich zu etwa 18.500 in Italien und 16.000 in Griechenland.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stammen die meisten, die in Spanien ankommen, aus afrikanischen Krisenländern südlich der Sahara sowie aus Marokko, Mali und Mauretanien.

Unterstützung angeboten

Die spanischen Behörden registrieren die Ankommenden und bearbeiten gegebenenfalls Asylanträge. "Wir haben der spanischen Regierung unsere Unterstützung angeboten", sagte Teichmann.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat eine rasche europäische Lösung zur Aufnahme von aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen angemahnt. "Wir können Italien und Spanien nicht allein lassen", sagte der Minister der "Frankfurter Rundschau". Es müssten sich nicht alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gleichermaßen an der Verteilung von aus Seenot geretteten Flüchtlingen beteiligen, sagte Maas. Wer nicht mitmache, solle sich in anderen Bereichen engagieren, etwa bei der Bekämpfung der Fluchtursachen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. August 2018 um 06:03 Uhr.

Darstellung: