Eine Mitarbeiterin gibt in einer Apotheke FFP2 Masken an einen Kunden aus | dpa

Corona-Pandemie Kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige

Stand: 28.01.2021 16:20 Uhr

Wegen der strengeren Schutzvorgaben will der Bund Bedürftige unterstützen: Rund fünf Millionen Hartz-IV-Empfänger sollen je zehn kostenlose FFP2-Masken erhalten. Dafür brauchen sie einen Brief ihrer Krankenkasse.

Hartz-IV-Empfänger sollen wegen der strengeren Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland schon bald zehn kostenfreie FFP2-Masken erhalten. Das kündigten Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin an.

Rund fünf Millionen Bezieher von Grundsicherung würden dazu einen Brief der Krankenversicherung erhalten. Mit diesem und dem Personalausweis könnten sie die Masken dann bei der Apotheke abholen.

"Schutzmittel, die jetzt notwendig sind, dürfen keine Frage des Geldbeutels sein", sagte Heil. Menschen in Grundsicherung hätten keine Reserven. Man müsse die gesamte Gesellschaft im Blick haben und dürfe keine sozialen Spaltungen hinterlassen.

Neue Vorgaben von Bund und Ländern

Hintergrund sind neue Corona-Vorgaben für Busse, Bahnen und Geschäfte. Nach einem Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar sollen selbstgenähte Behelfsmasken oder Tücher nicht mehr erlaubt sein, stattdessen müssen FFP2-Masken oder die günstigeren OP-Masken getragen werden. Sozialverbände hatten mehrfach gefordert, dass der Staat Bedürftige dann auch entsprechend unterstützen müsse.

Ein ähnliches Masken-Programm hatte der Bund schon zum Schutz von Risikogruppen aufgelegt. Rund 34 Millionen Bürger ab 60 Jahren und Menschen mit chronischen Erkrankungen bekommen Gutscheine für mehrere FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Dabei wird ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken fällig. Drei kostenlose FFP2-Masken waren den Betroffenen schon vor dem Jahreswechsel zur Verfügung gestellt worden.

Spahn wies auch darauf hin, dass im Januar 300 Millionen medizinische Masken an über 30.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland verschickt worden seien, davon gut 100 Millionen FFP2-Masken. Weitere 30.000 Pakete mit FFP2-Masken bekämen die Einrichtungen der Behindertenhilfe und zwei Millionen Masken würden der Obdachlosenhilfe zur Verfügung gestellt.

Übernahme von Tablet-Kosten für bedürftige Schüler

Heil kündigte zudem an, die Jobcenter übernähmen ab kommender Woche die Kosten für digitale Endgeräte, wenn bedürftige Kinder nicht schon über den Digitalpakt für Schulen versorgt seien. Der verlängerte Lockdown erfordere dies, damit auch Kinder, deren Eltern sich das nicht leisten könnten, ein Tablet oder einen Drucker für den Distanzunterricht hätten. Der SPD-Politiker sprach sich zudem erneut für einen Corona-Zuschlag auf die Grundsicherung aus. Das sei aber in der Koalition noch zu besprechen, sagte er.

Der Deutsche Caritasverband begrüßte die kostenlose Maskenabgabe und forderte, auch rund 180.000 Geflüchtete und Menschen ohne Papiere müssten einbezogen werden. Caritas-Präsident Peter Neher sagte, das gleiche gelte für Menschen mit Einkommen knapp oberhalb der Hartz-IV-Grenze. Diese Gruppen hätten aufgrund ihrer schwierigen Lebensumstände zudem ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2021 um 16:00 Uhr.