FDP-Geschäftsstelle in Nordrhein-Westfalen | Bildquelle: dpa

Nach Ministerpräsidentenwahl in Thüringen FDP klagt über Welle von Übergriffen

Stand: 10.02.2020 04:41 Uhr

Nach der umstrittenen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen beklagt die FDP laut "Tagesspiegel" Anfeindungen gegen Politiker. Die FDP-Politikerin Preisler in Mecklenburg-Vorpommern wurde offenbar mit Böllern beschossen.

Nach der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen sehen sich Vertreter der FDP nach Angaben der Bundespartei zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt. "Es hat Vandalismus gegen Einrichtungen, Bedrohungen und Übergriffe im gesamten Bundesgebiet gegeben", teilte die FDP-Zentrale in Berlin auf Anfrage des "Tagesspiegel" mit. So habe etwa die FDP-Politikerin Karoline Preisler in Mecklenburg-Vorpommern nach einem Angriff mit Feuerwerkskörpern zusammen mit ihrer Tochter fliehen müssen.

Landesgeschäftsstellen beschmiert

In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seien Landesgeschäftsstellen mit Parolen beschmiert und beschädigt worden. Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich erhalte rund um die Uhr Personenschutz, hieß es aus der Parteizentrale. Auch seine Familie werde bedroht und müsse geschützt werden. Kemmerichs Frau sei auf der Straße angespuckt worden. "Wir erleben gerade eine absolute Eskalation, so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle der "Welt".

Kemmerich war völlig überraschend vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt worden, wobei er auch die Stimmen der AfD erhielt. Unter Druck auch aus der Bundesspitze der eigenen Partei trat er dann am Samstag zurück. Noch ist unklar, wie es in Thüringen weitergeht.

Linda Teuteberg, FDP | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX
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FDP-Generalsekretärin Teuteberg forderte ein parteiübergreifendes Zeichen gegen Hass und Hetze.

Teuteberg: Anfeindungen "inakzeptabel"

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hatte zuvor Anfeindungen von Vertretern ihrer Partei zuvor als inakzeptabel bezeichnet. "Hier sollten wir als Demokraten, über Parteigrenzen hinweg, ein Zeichen gegen Hass und Hetze setzen", erklärte sie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Februar 2020 um 02:00 Uhr und 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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