Gefälschter 50-Euro-Schein

Immer mehr Falschgeld eingezogen Der Boom der "Napoli-Blüten"

Stand: 03.05.2016 12:14 Uhr

Es ist ein Boom, der den Ermittlern Sorgen bereitet: In Deutschland ist immer mehr Falschgeld in Umlauf. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der eingezogenen "Blüten" um 48 Prozent zu. Sie werden vor allem über das Internet vertrieben - und kommen meistens aus Italien.

Die Falschgeldkriminalität nimmt in Deutschland zu. 86.500 Falschgelddelikte wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) im vergangenen Jahr gezählt. Das entspricht einer Steigerung um 42 Prozent im Jahresvergleich.

Insgesamt seien in Deutschland fast 112.000 Euro-Falschnoten mit einem Nennwert von 5,5 Millionen Euro entdeckt worden - und damit 48 Prozent mehr gefälschte Scheine als im Jahr zuvor. 2014 hatte sich die Zahl laut BKA auf rund 75.600 Blüten mit einem Nennwert von rund 5,3 Millionen Euro belaufen.

Die 50-Euro-Banknote sei nach wie vor die häufigste Fälschung. Bei etwa der Hälfte der Fälle handele es sich um diese Scheine. Dahinter folge der 20-Euro-Schein mit knapp 37 Prozent. Erst im November wurde ein neuer Schein in Umlauf gebracht, der besser gegen Fälschungen geschützt ist.

Gefälschter-5-Euro-Schein
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Diese Fälschung dürfte auch für den Laien zu erkennen sein: 5-Euro-Schein mit einer verkehrt bedruckten Rückseite.

Handelsplatz Internet

Verantwortlich für den starken Anstieg der Fallzahlen ist laut BKA besonders der zunehmende Vertrieb von Falschgeld über das Internet. Auf Plattformen im "Darknet" könne neben gefälschten Noten auch Material zur Herstellung der Blüten bestellt werden, wie etwa Anleitungen, Hologramme oder Kopiervorlagen.

Die Zahl der entdeckten falschen Euro-Münzen ging laut BKA um mehr als ein Viertel zurück. Etwa 33.820 waren es 2015, bei 80 Prozent davon handelte es sich um Zwei-Euro-Stücke. Mehr als die Hälfte des 2015 in Deutschland registrierten Falschgelds wurde in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen sichergestellt.

Bei rund 80 Prozent der sichergestellten Scheine handelt es sich dem BKA zufolge um sogenannte "Napoli-Fälschungen", hochwertige Blüten, die aus der Gegend um die süditalienische Stadt Neapel stammen.

Blüten für Laien kaum zu erkennen

Den größten Teil der Fälschungen entdeckten vergangenes Jahr wie schon zuvor Banken, Werttransport-Unternehmen, Handel und Gewerbe sowie die Bundesbank. Das lässt laut BKA darauf schließen, dass private Verbraucher die falschen Scheine meist nicht erkennen.

Zwar nehme die Qualität der Fälschungen stetig zu, dennoch könnten sie auch von aufmerksamen Laien identifiziert werden. Wichtig sei, sich mit Sicherheitsmerkmalen vertraut zu machen und Geldscheine bei der Annahme genau in Augenschein zu nehmen, mahnten die Ermittler.

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