Ali B., der Tatverdächtige im Todesfall Susanna, wird von Beamten einer polizeilichen Spezialeinheit aus einem Helikopter zum Polizeipräsidium Westhessen gebracht | Bildquelle: picture alliance/dpa

Mordfall Susanna Weiterer Verdacht gegen Ali B.

Stand: 03.07.2018 16:31 Uhr

Ali B. soll die 14-jährige Susanna ermordet haben. Möglicherweise war es nicht sein einziges Verbrechen: Laut Staatsanwaltschaft hat sich der Verdacht erhärtet, dass er auch eine Elfjährige vergewaltigt hat.

Der wegen des Mordes an der 14-jährigen Susanna tatverdächtige Ali B. soll ein weiteres Kind vergewaltigt haben. Nach Angaben der Wiesbadener Staatsanwaltschaft hat sich der Verdacht erhärtet, dass B. im März eine Elfjährige in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden vergewaltigt haben soll. Gemeinsam mit einem anderen Tatverdächtigen, der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt, soll er sich im Mai erneut an dem Mädchen vergangen haben.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den aus dem Irak stammenden abgelehnten Asylbewerber, der bereits seit Juni in Untersuchungshaft sitzt, Haftbefehl wegen zweifacher Vergewaltigung beantragt.

Fundort der Leiche von Susanna Maria F. in Wiesbaden | Bildquelle: dpa
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Fundort der Leiche von Susanna: Weiterer Verdacht gegen Ali B.

14-jähriger Afghane soll jünger sein

Gegen den anderen Tatverdächtigen, wurde ebenso Haftbefehl erlassen. Der Afghane gilt im Mordfall Susanna als Zeuge. Durch seinen Hinweis war die Polizei auf die Spur des tatverdächtigen Ali B. gekommen. Der Afghane ist laut Staatsanwaltschaft aber nicht wie zunächst angenommen 13 Jahre, sondern bereits 14 Jahre alt.

Der Fall Susanna hatte für hitzige Debatten gesorgt. Die Leiche von Susanna aus Mainz war Anfang Juni gefunden worden. Die Jugendliche wurde vergewaltigt und getötet. B. gestand die Tötung des Mädchens, bestritt jedoch eine Vergewaltigung. Er setzte sich nach der Tat mit seinen Eltern und Geschwistern Anfang Juni in den Irak ab. Dort wurde er allerdings von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen und in Begleitung der Bundespolizei per Flugzeug zurück nach Deutschland gebracht.

Niedersachen will bessere Kontrollen

Die Ausreise hatte zu Kritik geführt. B. konnte trotz Unstimmigkeiten bei den Namen auf Flugtickets und Ausreisepapieren aus Deutschland ausreisen. Im Bundesrat will Niedersachsen daher nun an diesem Freitag einen Änderungsentwurf für das Luftsicherheitsgesetz einbringen, kündigte Landesinnenminister Boris Pistorius an.

Bisher war bei der Ausreisekontrolle der Bundespolizei ein Abgleich von Flugticket und Ausreisepapieren nicht vorgesehen - das soll der niedersächsische Gesetzesvorstoß ändern.

Bei seiner Ausreise war B. nach Polizeiangaben noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben und durfte Deutschland verlassen. Es ist unklar, ob er bei einer genaueren Kontrolle hätte ausreisen dürfen oder nicht.

Über dieses Thema berichtete am 03. Juli 2018 Deutschlandfunk um 16:00 Uhr und B5 aktuell um 17:15 Uhr.

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