Studenten des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) | dpa

Hochschulen ausgezeichnet Die "exzellenten" Elf

Stand: 19.07.2019 16:39 Uhr

Es war eine einstimmige Entscheidung: Elf deutsche Universitäten und Universitätsverbünde dürfen sich künftig "Exzellenzuniversität" nennen. Mit dem Titel sind Fördermittel in jeweils zweistelliger Millionenhöhe verbunden.

Nach einem monatelangen Prüf- und Auswahlverfahren haben Bund und Länder elf Universitäten und Universitätsverbünde zur Förderung im Rahmen der sogenannten Exzellenzstrategie ausgewählt. Der Titel "Exzellenzuniversität" geht einher mit zusätzlichen staatlichen Fördergeldern in Millionenhöhe. Die Entscheidung über die Sieger war den Angaben zufolge einstimmig.

"Wir können in den kommenden Jahren herausragende Forschungsergebnisse erwarten", sagte Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek in Bonn nach der Sitzung der Exzellenzkommission. Die Initiative mache universitäre Spitzenforschung international sichtbarer. Damit locke sie exzellente Wissenschaftler aus aller Welt nach Deutschland, um hier an den großen Zukunftsfragen zu forschen.

Kritik an Exzellenzstrategie

An dem Programm gab es aber auch Kritik. Die Linkspartei-Hochschulpolitikerin Nicole Gohlke kritisierte die Entscheidung als "weiteren Schritt zur Zweiteilung der deutschen Hochschullandschaft". Der FDP-Bildungssprecher Thomas Sattelberger kritisierte zudem "das Problem des abgehängten Ostens", da die TU Dresden als einzige ostdeutsche Universität als Sieger aus dem Wettbewerb hervorging.

Im Interview mit tagesschau24 trat Karliczek Vorwürfen entgegen, dass die Auszeichnung wenige Hochschulen fördere, aber die Mehrzahl der Studierenden nicht erreiche: Die Exzellenzstrategie habe einen "Aufbruch in der Universitätslandschaft" ausgelöst.

Hans Müller-Steinhagen | dpa

Der Rektor der Technischen Universität Dresden, Müller-Steinhagen, freut sich über die Entscheidung für seine Hochschule. Bild: dpa

In der Schlussrunde waren 19 Bewerber; insgesamt 17 einzelne Unis und zwei Verbünde mehrerer Hochschulen. Davon hat die Jury, in der neben internationalen Experten die für Bildung und Forschung zuständigen Minister aus Bund und Ländern sitzen, folgende Universitäten beziehungsweise Verbünde ausgewählt: 

  • Rheinisch-Westfälische Technische Universität Aachen (RWTH)
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Verbund der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität Berlin, und der Technischen Universität Berlin
  • Technische Universität Dresden
  • Universität Hamburg
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Universität Konstanz
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Technische Universität München
  • Eberhard Karls Universität Tübingen

Die Förderung als "Exzellenzuniversität" beginnt am 1. November dieses Jahres und läuft für mindestens sieben Jahre. Die ausgewählten Hochschulen und Verbünde bekommen Fördergelder von jeweils zehn bis 28 Millionen Euro im Jahr. Drei Viertel davon kommen vom Bund, ein Viertel jeweils vom Bundesland, in dem die Hochschulen ihren Sitz haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
FrauSuse 19.07.2019 • 21:22 Uhr

Wirklich Ost vs. West???

Ich finde das ständige Betonen (oder auch Herbeireden?) einer Ost- Westspaltung ziemlich nervig. Schaut man hier auf die Karte ist es wohl eher eine Nord- Südspaltung in Deutschlands Bildungslandschaft. Warum ist außer Hamburg und Berlin keine einzige Uni nördlich von Bonn bis Dresden vertreten? Diese Linie finde ich viel auffälliger, wenn man unbedingt von Spaltung sprechen will. Da fragt man sich doch woran das liegt und wer oder was da vernünftiger ist... Vielleicht sollten die eh auch strukturschwachen Gebiete sowohl in Nord- als auch in Ostdeutschland nicht ausgerechnet auch noch im Bildungsbereich weiter abgehängt werden! Das verstärkt doch den Effekt. Gerade dort sollte in Hochschulstandorte investiert werden!