Castorbehälter am Forschungszentrum Jülich

Atommüll-Standort Gesucht wird ein Lager für die Ewigkeit

Stand: 23.03.2017 09:10 Uhr

2022 soll das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Die Folgen sind gigantisch: Wohin mit dem hoch radioaktiven Atommüll? Für die schwierige Suche nach einem Endlager beschließt der Bundestag nun die Regeln.

Der Bundestag will heute eine Mammutaufgabe angehen: Er beschließt ein Gesetz zur Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Die langwierige Aufgabe sei ein "Testfall" für die deutsche Demokratie, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei stolz, dass man sich parteiübergreifend auf ein Verfahren für diese "Jahrhundertaufgabe" verständigt habe.

Salzstock Gorleben
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Der Salzstock bei Gorleben wird seit Ende der 1970er Jahre auf
seine Eignung als Endlager untersucht. Doch ebenso lange protestieren Atomkraftgegner dagegen.

Nach jahrzehntelangem Ärger um den Salzstock Gorleben hat der Bund das Verfahren zur Endlager-Suche neu gestartet. Bis 2031 sollen Wissenschaftler und Politiker einen Ort aussuchen, an dem Atommüll eine Million Jahre lang sicher lagern kann. "Über 30.000 Generationen werden noch von den Folgen der Atom-Technologie betroffen sein, die bei uns gerade einmal 60 Jahre in Betrieb war", sagte Hendricks.

Prinzip "weiße Landkarte"

Für die Suche gilt zunächst das Prinzip der "weißen Landkarte": Kein Ort ist von vornherein ausgeschlossen oder bevorzugt. Die Auswahl soll nach wissenschaftlichen Kriterien ablaufen. Am Ende entscheiden Bundestag und Bundesrat. "Wir werden während des gesamten Verfahrens transparent arbeiten und die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen", sagte Hendricks. Das Gesetz zur Endlagersuche haben Union, SPD und Grüne gemeinsam in den Bundestag eingebracht. Die Linke hatte sich an der Ausarbeitung beteiligt, trägt es aber nicht mit. Der Bundesrat soll zügig zustimmen.

Die Voraussetzungen sind schwierig: Denn hoch radioaktiver Atommüll soll etwa eine Million Jahre lang so sicher wie möglich lagern. Er soll aber 500 Jahre lang "rückholbar" sein, falls es doch noch Probleme gibt oder die Wissenschaft ganz neue Erkenntnisse bringt. Hintergrund sind Erfahrungen mit dem ehemaligen Salzbergwerk Asse, wo schwach- und mittelradioaktive Abfälle lagern. Es drang aber Grundwasser ein - deswegen sollen die 125.000 Fässer mit Atommüll nun wieder herausgeholt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. März 2017 um 10:00 Uhr

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