Ein fiktiver Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf | Bildquelle: dpa

Zweites Jahr in Folge Weniger Einbrüche in Deutschland

Stand: 10.04.2018 16:35 Uhr

Jahrelang hielt sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland auf hohem Niveau. Dann griffen schärfere Gesetze, viele Bürger rüsteten ihr Zuhause nach. Nun ist sie Berechnungen zufolge rückläufig.

Das zweite Jahr in Folge ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland gesunken. Wie die Nachrichtenagentur dpa auf der Basis der Kriminalstatistiken für die einzelnen Bundesländer errechnet hat, registrierte die Polizei für 2017 insgesamt 116.540 versuchte oder vollendete Einbrüche - das sind 23 Prozent weniger als im Jahr 2016. Demnach liegt die Zahl der Einbrüche so niedrig wie seit dem Jahr 2010 nicht mehr.

Die Kriminalstatistik der Bundesländer ist ab sofort verfügbar, wird allerdings erst im Mai von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) offiziell vorgestellt. Das Bundeskriminalamt und mehrere Versicherungsgesellschaften hatten jedoch bereits zum Jahresende 2017 angedeutet, dass sie einen Rückgang der Zahlen erwarteten.

Höheres Strafmaß für Einbrüche in Privatwohnungen

Zuvor hatten die Wohnungseinbrüche in Deutschland jahrelang zugenommen. 2015 war ein Höchststand von 167.136 registrierten Wohnungseinbrüchen erreicht worden. Die Große Koalition verschärfte daraufhin die Gesetze zur Strafverfolgung von Einbrüchen. Die Mindeststrafe für den Einbruch in eine Privatwohnung beträgt seit Sommer 2017 ein Jahr Haft statt zuvor sechs Monate - das Strafmaß geht bis zu zehn Jahren.

Viele Bundesbürger haben zudem inzwischen ihr Zuhause nachgerüstet und Fenster und Türen aus robusterem Material eingebaut oder sie mit Spezialschlössern ausgestattet.

BKA: Mobile, gut strukturierte Einbrecherbanden

Zu den Tatverdächtigen stellt das Bundeskriminalamt fest, dass die Mehrzahl der Wohnungseinbrüche von deutschen Staatsangehörigen und "örtlich-regionalen Tätern" verübt werde. Allerdings habe auch der Anteil sogenannter reisender Täter aus Südost- und Osteuropa zugenommen, die mobil und in gut strukturierten Einbrecherbanden zusammenarbeiteten.

Über dieses Thema berichteten am 26. Dezember 2017 B5 aktuell um 09:00 Uhr in den Nachrichten und MDR aktuell um 10:00 Uhr.

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