Oliver Blume | REUTERS

Blume, Lindner und E-Fuels Porsche-Chef entschuldigt sich

Stand: 24.07.2022 08:59 Uhr

War Finanzminister Lindner Lobbyist für Porsche? Der Chef des Autobauers entschuldigte sich jetzt für Aussagen über einen angeblich engen Austausch in der Frage zum Umgang mit E-Fuels. Und auch die FDP wies die Vorwürfe zurück.

Porsche-Chef Oliver Blume hat sich für Aussagen über einen angeblich engen Austausch mit FDP-Chef Christian Lindner während der Ampel-Koalitionsverhandlungen entschuldigt. "Ich habe in einer internen Veranstaltung falsche Worte gewählt", sagte Blume der "Bild am Sonntag". "Dadurch ist ein falscher Eindruck entstanden. Das tut mir leid."

Blume reagierte damit auf einen Beitrag im ZDF-Satiremagazin "Die Anstalt", wonach der designierte VW-Chef bei einer Betriebsversammlung am 29. Juni vor Mitarbeitern gesagt haben soll, dass Porsche sehr großen Anteil daran gehabt habe, dass eine weitere Nutzung synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) für Verbrennungsmotoren in den Koalitionsvertrag mit eingeflossen sei. "Da sind wir Haupttreiber gewesen, mit ganz engem Kontakt an die Koalitionsparteien. Der Christian Lindner hat mich in den letzten Tagen fast stündlich auf dem Laufenden gehalten", wurde Blume zitiert.

Ein Porsche-Sprecher sagte dem Blatt dazu: "Im Rahmen einer internen Veranstaltung im Juni ist überspitzt formuliert worden, dafür entschuldigen wir uns." Die Wortwahl entspreche nicht den Tatsachen. Der Austausch habe so nicht stattgefunden und es habe keine Einflussnahme gegeben. Zur genauen Wortwahl von Blume machte der Sprecher keine Angaben.

FDP weist Vorwürfe über Austausch zurück

Auch die FDP hatte Vorwürfe zurückgewiesen, wonach sich Parteichef Lindner in der Frage zum Umgang mit synthetischen Kraftstoffen eng mit Blume ausgetauscht haben soll. Lindners Position zu sogenannten E-Fuels sei "seit Jahren bekannt" und stamme noch aus der Zeit der FDP in der Opposition, erklärte ein Parteisprecher.

Zum Kontakt zu Porsche-Chef Blume erklärte er, es habe "im Oktober 2021 lediglich ein kurzes Telefonat zwischen Herrn Blume und Herrn Lindner zu Fragen der Verwendung von E-Fuels" gegeben.

ZDF: Belege für Blumes Äußerungen

Ende Juni hatte es innerhalb der Ampelkoalition Streit über ein Verbot für die Neuzulassung von Verbrennerautos ab 2035 auf EU-Ebene gegeben. Lindner hatte die Verbotspläne abgelehnt.

Die FDP erklärte, vor dieser Entscheidung habe es "keinerlei Kontakt in der Sache mit Herrn Blume" gegeben. Das ZDF hatte schon zuvor mitgeteilt, es gebe für Blumes Äußerungen verifizierte Belege.

Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Grüne und FDP im Einklang mit Plänen der EU-Kommission darauf geeinigt, dass ab 2035 nur noch CO2-neutrale Fahrzeuge zugelassen werden sollen. Anders als die Brüsseler Behörde will sich die Ampel aber dafür einsetzen, dass dies kein komplettes Verbot von Verbrennungsmotoren bedeutet: "Nachweisbar nur mit E-Fuels betankbare Fahrzeuge" sollen auch noch länger neu zugelassen werden können.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 24. Juli 2022 um 09:30 Uhr in den Nachrichten.