Eine ferngesteuerte Drohne | Bildquelle: REUTERS

Kabinett für Drohnen-Regeln Nummernschild, Führerschein, Verbote

Stand: 18.01.2017 13:20 Uhr

Drohnen sind in Deutschland beliebt wie nie. Um die steigende Gefahr von Unfällen einzudämmen, hat das Kabinett jetzt schärfere Regeln für die Nutzung der Geräte beschlossen. So sollen etwa künftig alle Drohnen über 250 Gramm gekennzeichnet werden.

Die Bundesregierung hat angesichts der rasant wachsenden Zahl von Drohnen schärfere Regeln für deren Betrieb beschlossen. So sollen künftig alle unbemannten Fluggeräte über 250 Gramm mit einer Art "Nummernschild" versehen werden - einer Plakette, die Namen und Anschrift des Besitzers tragen. Damit sollen Halter im Schadensfall schneller ermittelt werden können. Für größere Modelle sollen zudem eine Art Führerschein und eine Betriebserlaubnis nötig werden. Als maximale Flughöhe sind 100 Meter vorgesehen.

Bereits jetzt gibt es Einschränkungen dafür, wo genau eine Drohne herumfliegen darf. In der Nähe von Flughäfen etwa ist dies verboten. Der Verordnungsentwurf sieht eine Reihe weiterer Beschränkungen vor. Zum Beispiel dürften Drohnen demnach nicht über fremden Wohngrundstücken unterwegs sein. Mit der Verordnung muss sich als nächstes der Bundesrat befassen.

Rund 400.000 Drohnen im Einsatz

Für die Nutzung unbemannter Fluggeräte seien "klare Regeln" nötig, begründete Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den Verordnungsentwurf. Immer mehr Menschen nutzten Drohnen - und je mehr der Geräte aufstiegen, "desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen". Neben der Sicherheit dienten die neuen Vorschriften auch einem besseren Schutz der Privatsphäre.

Der Verkauf der Geräte für Privatpersonen und für gewerbliche Nutzer boomt seit Jahren: Im vergangenen Jahr wurden geschätzt etwa 300.000 Kamera-Drohnen abgesetzt. Das Wachstum übertraf zuletzt auch das bei Smartphones. Nach Schätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) sind in Deutschland rund 400.000 Drohnen im Einsatz.

"Potenzial besser ausschöpfen"

Nicht nur bei Privatpersonen sind die Geräte beliebt: Landwirte, Feuerwehren oder die Polizei nutzen sie zunehmend für die Überwachung. Kurierdienste experimentieren seit längerem mit Drohnen für die Paketauslieferung.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßte den Kabinettsbeschluss. "Dass die rechtlichen Anforderungen zum Umgang mit Drohnen verschärft werden, ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Sicherheit", erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Die neuen Regeln seien "eine wichtige Voraussetzung, damit sich das Potenzial der zivilen Nutzung von Drohnen ausschöpfen lässt".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2017 um 14:00 Uhr.

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