Eine ferngesteuerte Drohne am Himmel, während im Hintergrund ein Flugzeug vorbei fliegt. | Bildquelle: dpa

Gefahr für den Luftverkehr Immer mehr Drohnen über Flughäfen

Stand: 18.08.2018 12:12 Uhr

Piloten melden immer mehr Hobby-Drohnen über deutschen Flughäfen. Die kleinen Fluggeräte können vom Radar nicht erfasst werden und sind eine Gefahr für den Luftverkehr, warnt die Deutsche Flugsicherung.

Über deutschen Flughäfen sind immer mehr Drohnen unterwegs. In diesem Jahr wurden erstmals mehr als 100 dieser kleinen Flugobjekte an Airports gesichtet, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Das waren bis einschließlich 12. August schon mehr Beobachtungen als im gesamten Vorjahr mit insgesamt 88 Fällen.

"Beobachten steigende Anzahl mit Sorge"

Seit Oktober 2017 gelten verschärfte Regeln für den Drohnenflug, über Flughäfen sowie im An- und Abflugbereich ist er laut Verordnung verboten. "Unser Kernthema ist die Sicherheit im Luftraum, hier tragen wir die Verantwortung. Die steigende Anzahl von Drohnensichtungen beobachten wir daher sehr aufmerksam und mit Sorge", sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle. Die meisten Drohnen wurden im laufenden Jahr im An- und Abflugbereich des Frankfurter Airports gesichtet.

Drohnenpiloten müssen laut Verordnung an Flughäfen einen Abstand von 1,5 Kilometern zum Zaun einhalten, denn die unbemannten Flugobjekte mit vier Rotoren und Kamera sind eine Gefahr für den Flugverkehr. Direkt über "sensiblen Zonen" wie zum Beispiel Flughäfen sind Drohnenflüge strikt verboten.

Drohnen seien nicht auf dem Radar zu sehen, teilte die DFS mit. Sie erhält ihre Angaben von Flugzeugpiloten, wenn sie die Objekte beim An- oder Abflug entdecken. 2016 war ein Lufthansa-Airbus bei der Landung in München beinahe mit einem Quadrocopter zusammengestoßen.

Verkehrsmanagementsystem geplant

Seit Oktober 2017 müssen große Geräte gekennzeichnet sein, manche brauchen eine Aufstiegserlaubnis. Ist die Drohne schwerer als zwei Kilo, braucht der Pilot seit 1. Oktober zudem einen Kenntnisnachweis, einen "Drohnen-Führerschein". Fotografen nutzen größere Modelle zum Beispiel für Luftaufnahmen, Versandunternehmen haben schon Paketlieferungen per Drohne getestet.

Um Drohnen sicher in den Luftverkehr zu integrieren, treibt die DFS mit der Deutschen Telekom eine "Verkehrsmanagementsystem für den unkontrollierten Luftraum" voran. Dabei werde eine Drohne mit einem Modem und einer Sim-Karte ausgestattet, quasi ein fliegendes Smartphone, erläuterte die DFS. Die Ausstattung würde die Ermittlung des Drohnen-Standortes ermöglichen. "Unser Ziel ist der Einsatz des Systems in Deutschland", so Scheurle. Dazu müsste die Drohnenverordnung im Einklang mit europäischen Vorstellungen weiterentwickelt werden.

Über dieses Thema berichteten am 18. August 2018 NDR Info um 08:15 Uhr und Deutschlandfunk um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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