Ein Mann zieht an einem Joint. | Bildquelle: dpa

Statistik 2017 Drogendelikte nehmen zu

Stand: 23.05.2018 12:53 Uhr

In Deutschland hat der Konsum und der Handel mit Rauschgift weiter zugenommen. Laut BKA spielt Cannabis nach wie vor die größte Rolle, doch auch Kokain wird ein immer schwerwiegenderes Problem.

Die Straftaten in Zusammenhang mit Rauschgift haben bundesweit erneut zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden laut der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler rund 330.580 solcher Delikte erfasst. Damit stieg die jährliche Kriminalitätsrate in diesem Bereich zum siebten Mal in Folge an, im Vergleich zu 2016 um 9,2 Prozent.

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler | Bildquelle: dpa
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Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler

Besonders starke Zunahme bei Kokain

Dabei nahm sowohl der Konsum als auch der Verkauf der Drogen zu, wie die Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) belegt: Der Rauschgifthandel stieg um 5,5 Prozent auf etwa 54.000 registrierte Fälle, der Konsum um 10,1 Prozent auf mehr als 255.000 Vergehen.

Problem Nummer Eins bleibt nach wie vor Cannabis - fast 199.000 Delikten ging die Polizei im vergangenen Jahr nach. 2016 waren es noch 11,8 Prozent weniger erfasste Vergehen. Stark zugenommen hat laut BKA-Bericht aber auch der Verkauf und Konsum von Kokain: Hier registrierten die Ermittler ein Plus von 17,9 Prozent.

Weniger Menschen sterben durch Drogen

Bereits Mitte des Monats hatte Mortler bekanntgegeben, dass die Zahl der Drogentoten leicht rückläufig ist: 2017 starben in Deutschland 1272 Menschen an den Folgen des Drogenkonsums, im Vorjahr hatte es noch knapp 50 Opfer mehr gegeben. Es ist das erste Mal seit vier Jahren, dass die Behörden einen leichten Rückgang verzeichnen konnten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Mai 2018 um 12:00 Uhr.

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