Leere Fußgängerzone in Hannover | dpa

Bund-Länder-Gespräche Wie stark wird wieder heruntergefahren?

Stand: 27.10.2020 19:22 Uhr

Ziemlich sicher ist: Es wird weitere Einschränkungen geben, um das exponentielle Wachstum der Corona-Infektionen zu dämpfen. Welche Maßnahmen sind in welchen Bereichen im Gespräch? Ein Überblick.

Gastronomie und Veranstaltungen

Im Gespräch ist beispielsweise, dass Restaurants und Kneipen vorübergehend geschlossen und Veranstaltungen ausgesetzt werden könnten. Wahlweise ist auch von weiteren Sperrstunden die Rede.

Dass Veranstaltungen bundesweit verboten werden, gilt als unwahrscheinlich. Mit Einschränkungen wird jedoch gerechnet. Schleswig-Holstein beispielsweise hat bereits jetzt eine Beschränkung auf 100 Teilnehmer eingeführt.

Schulen, Kitas und Betriebe

Die Bundesregierung und die Mehrheit der Landesregierungen wollen Schulen, Kitas und Betriebe möglichst offen halten. Bei den politischen Entscheidungsträgern hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass die Folgen von Schul- und Kita-Schließungen für Familien und Kinder und deren Zukunft so gravierend sind, dass Schließungen nur "letztes Mittel" sein sollen.

Regional ordnen Behörden allerdings schon seit Wochen immer wieder auch vorübergehende Schul- oder Kita-Schließungen an, abhängig vom Infektionsgeschehen. Im bayerischen Rottal-Inn und im Berchtesgadener Land ist das beispielsweise derzeit der Fall.

Kontakte

Einigkeit herrscht darüber, dass private Kontakte einer der wesentlichen Treiber der Infektionszahlen sind. Dass diese weiter eingeschränkt werden könnten, gilt als wahrscheinlich. Schon bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 14. Oktober war beschlossen worden, dass Kontakte weiter eingeschränkt werden sollen, falls der Anstieg der Neuinfektionen innerhalb von zehn Tagen nicht gestoppt werden könne. Dann sollen im öffentlichen Raum nur noch fünf Personen oder zwei Haushalte zusammenkommen dürfen. Diese Vereinbarung könnte nun umgesetzt werden.

Handel und Geschäfte

Der Einzelhandel scheint nicht im Fokus der Diskussion zu stehen. Betont wird immer wieder, dass die Wirtschaft so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen werden soll. Bisher gab es im Einzelhandel und zum Beispiel bei Friseuren keine größeren Ausbrüche - wenn Schutzregeln zu Abstand, Hygiene und Masken eingehalten werden, wie auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erläuterte.

Sport und Kultur

Auch Sport und Freizeit- sowie Kulturangebote könnten von weiteren Einschränkungen betroffen sein beziehungsweise zeitweise ganz ausgesetzt werden. Entsprechende Überlegungen gibt es laut Medienberichten im Kanzleramt und auch in Nordrhein-Westfalen.

Schon jetzt wird der Sport beispielsweise in Schleswig-Holstein eingeschränkt: Die dortigen neuen Kontaktbeschränkungen, wonach nur noch zehn Personen zusammenkommen dürfen, gelten beispielsweise auch für den Amateursport.

Bei der Fußball-Bundesliga sind zum Beispiel in Hamburg noch prinzipiell 1000 Zuschauer zugelassen. Immer öfter gibt es aber leere Ränge. An den nächsten Spieltagen wohl unter anderem bei Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und dem SC Paderborn.

Grenzschließungen

Ganz anders als bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr ist von Grenzschließungen derzeit nicht auszugehen. Dänemark beispielsweise hat zwar die Grenzen für deutsche Touristen geschlossen - lediglich wer einen triftigen Grund hat oder in der Grenzregion Schleswig-Holstein wohnt, darf unter Umständen noch einreisen. Für Deutschland soll es das aber nicht mehr geben, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. Zwar wird von Reisen in ausländische Risikogebiete abgeraten, ein Verbot ist das jedoch nicht.

In Bayern allerdings sollen Berufspendler in Grenzregionen regelmäßig getestet werden. Lediglich der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl hat im Zuge seiner Überlegungen zu einem kurzen, harten Lockdown auch Grenzkontrollen ins Gespräch gebracht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Oktober 2020 um 20:00 Uhr.