Klimaproteste in Frankurt | dpa

Fridays for Future Zahlreiche Klimaproteste trotz Corona

Stand: 19.03.2021 18:39 Uhr

Die "Fridays for Future"-Bewegung hatte zum ersten weltweiten Klimastreik in diesem Jahr aufgerufen. In Deutschland folgten Menschen in mehr als 200 Städten dem Aufruf - trotz steigender Corona-Infektionszahlen.

Mit kreativen Aktionen in aller Welt hat die Klimabewegung "Fridays for Future" ihrer Forderung nach stärkeren Anstrengungen beim Klimaschutz Ausdruck verliehen. In rund 50 Ländern gab es nach Angaben der Organisatoren mehr als 1000 Kundgebungen sowie Kunst- und Plakataktionen.

Auch in Deutschland beteiligten sich Hunderte Menschen in mehr als 200 Städten am sogenannten Klimastreik, der coronabedingt teils ins Internet verlagert wurde. Größere Aktionen gab es unter anderem in Hamburg, Dresden und Berlin. Die Aktionen standen unter dem Motto "#AlleFür1Komma5"und "#NoMoreEmptyPromises" - keine leeren Versprechungen mehr.

Da "Fridays for Future" zu einem hybriden Protest mit großer digitaler Präsenz geladen habe, könne die Teilnehmerzahl nicht exakt beziffert werden, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Zahl der Teilnehmer an Präsenzveranstaltungen war vielerorts beschränkt.

Bewegung will Klimapolitik mitgestalten

In Berlin schwor die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer ihre Mitstreiter auf das Superwahljahr 2021 ein. Es seien düstere Zeiten, aber der internationale Großprotest sei nur "der Auftakt für ein Jahr, in dem wir so viel zu tun haben", sagte Neubauer. "Fridays for Future" werde sich "in die Strukturen und Institutionen hinein" organisieren und die Klimapolitik in diesem Jahr mitgestalten. "Wir werden die Regierung herausfordern."

Ihren Protest brachten die Demonstrierenden bei kreativen Aktionen zum Ausdruck, darunter Fahrraddemos etwa in Mainz und Gießen. In der Hamburger Innenstadt schufen die Aktivisten einen sechzig Meter langen Schriftzug mit der Botschaft "Wir alle für 1,5 Grad C".

Ein ursprünglich in Hannover geplanter Sternmarsch wurde hingegen, wie mehrere Aktionen an anderen Orten auch, wegen steigender Corona-Inzidenzwerte abgesagt. Stattdessen veranstaltete "Fridays for Future" in der niedersächsischen Landeshauptstadt einen Livestream. Einige Dutzende Aktivisten protestierten zudem mit Schildern vor dem Landtag.

Bootsdemo auf der Spree in Berlin | EPA

Bootsdemonstration auf der Spree in Berlin Bild: EPA

Rückendeckung von Verbänden

Unterstützung erhielten die überwiegend jungen Klimakämpfer von zahlreichen Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen. Mehrere Verbände, darunter der Bundesverband Bürgerinitiative Umweltschutz (BBU), forderten die Parteien auf, den Protest im Bundestagswahljahr 2021 ernstzunehmen.

Es war der erste globale Klimastreiktag seit fast einem halben Jahr. Zuletzt waren Ende September 2020 Anhänger von "Fridays for Future" erstmals nach monatelanger Corona-Pause wieder auf die Straße gegangen. In Deutschland beteiligten sich damals Zehntausende Menschen am sechsten globalen Klimastreik unter dem Motto "Kein Grad weiter!"

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. März 2021 um 20:00 Uhr.