Eine Mitarbeiterin im Friseursalon von Holger Knievel stellt einen Spiegel mit der Aufschrift "Abstand zu anderen Kunden beachten" auf eine Tisch | dpa

Ringen um weitere Lockerungen Kamm und Schere wieder im Einsatz

Stand: 01.03.2021 08:18 Uhr

Mit dem Monatsanfang halten einige Lockerungen in Deutschland Einzug: Friseure dürfen wieder öffnen. Doch wie soll es weitergehen? Die Rufe nach einem Stufenplan und einer anderen Impfreihenfolge werden lauter.

Trotz Anzeichen für eine nahende dritte Welle der Corona-Pandemie werden die Lockdown-Maßnahmen in Deutschland heute leicht gelockert. Nach zweieinhalb Monaten dürfen bundesweit die Friseure wieder öffnen. Sie mussten seit dem 16. Dezember geschlossen bleiben, damals begann der harte Lockdown. Einige öffneten ihre Salons schon ab Mitternacht.

Die Entscheidung zur bundesweiten Öffnung der Friseurbetriebe war beim vergangenen Bund-Länder-Treffen am 10. Februar getroffen worden. Am Mittwoch kommen Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder erneut zusammen - auch um über eine weitere Öffnungsperspektive im Lockdown zu sprechen.

FDP pocht auf weitere Öffnungsschritte

In einigen Bundesländern öffnen jetzt auch andere Einrichtungen, darunter sind etwa Gartenmärkte, Blumenläden, Fußpflegesalons oder Fahrschulen. Der Druck vor den Beratungen ist groß, da auf der einen Seite der Wunsch nach mehr Freiheiten wächst, Experten aber zugleich den Beginn einer dritten Pandemie-Welle sehen. Zentrale Corona-Kennzahlen steigen wieder an, Grund dürfte die Ausbreitung ansteckenderer Virusvariationen sein.

Die FDP fordert vor den Spitzenberatungen von Bund und Ländern in der Corona-Pandemie weitere Öffnungsschritte. "Es ist erfreulich, dass die Friseure wieder öffnen. Systematisch ist das allerdings nicht, weil es auch in anderen Branchen vergleichbare Hygienekonzepte gibt", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, der Nachrichtenagentur dpa.

Er wies darauf hin, dass es schon Abweichungen einiger Bundesländer von der Linie von Kanzlerin Merkel gebe. "Wir brauchen deshalb dringend einen bundesweiten Stufenplan, der Orientierung gibt und Perspektive schafft."

Städtebund für Umdenken bei Impfreihenfolge

Grünen-Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hielt der schwarz-roten Bundesregierung ein "historisches Versagen" im Kampf gegen Corona vor. "Nach einem Jahr Pandemie hat sie kaum mehr vorzuweisen als Stückwerk oder nervöses Hin und Her." So müsse bei Impfungen und Schnelltests endlich der Turbogang eingelegt werden.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte, die Menschen schneller und effektiver gegen das Coronavirus zu impfen. Die Städte und Gemeinden unterstützten Überlegungen, die strenge Impfreihenfolge aufzuheben, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Da die Lieferungen von Impfstoffen zuverlässiger geworden seien, müssten auch nicht mehr so viele Impfdosen für die Zweitimpfung zurückgelegt werden. Vielmehr sollten so viele Menschen wie möglich die Erstimpfung bekommen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. März 2021 um 09:00 Uhr.

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Moderation 01.03.2021 • 12:51 Uhr

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