Vor der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Remchingen (Baden-Württemberg), auf die am 18.07. ein Brandanschlag verübt wurde , hängt ein Transparent mit der Aufschrift "hirnverbrannt"

Nach Brandanschlägen auf Asylbewerberunterkünfte Verfassungsschutz warnt vor rechtsextremer Partei

Stand: 23.05.2019 15:37 Uhr

Sie geben sich als besorgte Bürger aus und pöbeln gegen angebliche Überfremdung: Nach Recherchen des ARD-Politmagazins Report Mainz beobachtet der Verfassungsschutz massive Hetze rechtsextremer Gruppen. In den Fokus rückt dabei eine Neonazi-Partei namens "Der III. Weg".

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor einer Eskalation der Gewalt gegen Flüchtlinge durch rechtsextreme Hetze. Eine Gruppe mit dem Namen "Der III. Weg" spiele dabei eine gefährliche Rolle. Die Gruppe mache gezielt Stimmung, bis Einzelne zu Straftaten bereit wären.

"Agitation, die neue Gewalttaten befeuert"

Der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, sagte im Politikmagazin Report Mainz: "Wir sehen schon, dass diese Agitation, dieses Billigen von Gewalttaten, das unterschwellige Loben von Gewalttaten, dazu beiträgt, weitere Gewalttaten anzufeuern."

Bezüge zu Brandanschlägen

Es gibt bei mehreren Brandanschlägen auf geplante Flüchtlingsunterkünfte Bezüge zum "III.Weg". Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt bestätigte das für einen Brandanschlag im oberbayerischen Reichertshofen. Nach ARD-Recherchen gab es im Vorfeld des Anschlages in der Nacht zum 16. Juli zahlreiche Aktionen des "III.Weges" in der Region. Die Mitglieder verteilten unter anderem Flugblätter, in denen gegen Flüchtlinge gehetzt wurde.

Auch im fränkischen Vorra gab es vor dem Brandanschlag im vergangenen Dezember Hetze gegen das geplante Asylbewerberheim. Die war vor allem von dem mittlerweile verbotenen Freien Netz Süd ausgegangen, das als Vorläufer des "III.Weges" gilt.

Hakenkreuzschmiererei und der Satz "Kein Asylant in Vorra" an einer Hauswand in Vorra. In dem Ort wurden am 12.12.2014 Brandanschläge auf geplante Asylbewerberunterkünfte verübt

Hakenkreuzschmiererei und der Satz "Kein Asylant in Vorra" an einer Hauswand in Vorra. In dem Ort wurden am 12.12.2014 Brandanschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte verübt

Das Politikmagazin Report Mainz sehen Sie heute um 21.45 Uhr im Ersten.

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KOMMENTARE

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kleinermuck2012 04.08.2015 • 23:13 Uhr

Aufklärug und Bildung für Bürger

Zu sagen, passt auf, lässt euch nicht mit denen ein, reicht leider nicht. Hier muss man auf die fehlgeleiteten Menschen zugehen. MfG