Ermittler des BKA haben gemeinsam mit dem FBI den weltweit zweitgrößten Marktplatz im Darknet ausgehoben. | Bildquelle: dpa

Illegaler Handel im Darknet BKA fordert klare Regeln für Plattformen

Stand: 03.05.2019 16:16 Uhr

BKA-Präsident Münch spricht sich für klare gesetzliche Regelungen für Onlineplattformen aus. Ermittler hatten zuvor eine kriminelle Plattform ausgehoben. Den mutmaßlichen Tätern drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Nach dem Schlag des Bundeskriminalamts (BKA) und der US-Bundespolizei FBI gegen den weltweit zweitgrößten Marktplatz im Darknet hat BKA-Chef Holger Münch klare Regelungen gegen den Betrieb illegaler Plattformen im Netz gefordert. Er sagte, dass ein eigener Straftatbestand für das Betreiben von kriminellen Online-Handelsplattformen bestehen müsse. "Was wir uns wünschen, ist eine klare gesetzliche Regelung", sagte er.

Es gebe bereits einen Vorschlag dazu, der aber noch nicht umgesetzt sei. "Wir müssen Schritt halten mit der gesellschaftlichen Entwicklung."

Ermittler schließen Marktplatz für Illegales im Darknet
tagesthemen 21:45 Uhr, 03.05.2019, Axel John/Kai Laufen, SWR

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Hohe Haftstrafen drohen

Die drei mutmaßlichen Betreiber des sogenannten "Wall Street Market" im Darknet wurden in Deutschland gefasst, sie sitzen in Untersuchungshaft. BKA und FBI ermittelten in Zusammenarbeit gegen die Verdächtigen. Gegen die drei mutmaßlichen Täter laufen Ermittlungen, da sie einen illegalen Handel mit Betäubungsmitteln im Darknet ermöglicht haben sollen. Den Verdächtigen drohen nun Haftstrafen zwischen einem und 15 Jahren.

Handel mit Rauschgift, Daten und Dokumenten

Über die Online-Plattform wurden im Darknet neben Rauschgift unter anderem auch ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware gehandelt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt mitteilten. Es sei der weltweit zweitgrößte illegale Online-Marktplatz im Darknet gewesen.

Die Männer sollen als Betreiber der Plattform an den Verkäufen illegaler Artikel Provisionen verdient haben. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg).

Markus Koths, Leitung Cybercrime BKA, zum Darknet
tagesschau24 15:00 Uhr, 03.05.2019

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Illegale Waffen und Bargeld in Millionenhöhe

Seit März hatten Ermittler die drei Deutschen im Visier: Nachdem die Verdächtigen den Online-Marktplatz in den Wartungsmodus geschaltet und die hinterlegten Geldbeträge an sich selbst transferiert hatten, schlugen die Behörden zu.

In den USA identifizierte die Staatsanwaltschaft Los Angeles nach eigenen Angaben zwei der umsatzstärksten Anbieter von Drogen auf dem "Wall Street Market" und nahm diese fest. Sie sollen mit extrem gefährlichen Drogen gehandelt haben, wie ein US-Vertreter sagte. Bei Durchsuchungen der Tatverdächtigen in den USA wurden illegale Waffen und Bargeld in Millionenhöhe gefunden.

Deutsche Ermittler nahmen die drei Verdächtigen Ende April fest und durchsuchten deren Wohnungen. Dabei seien die Rechner sichergestellt worden, über die die Plattform betrieben worden sei. Außerdem fanden die Ermittler mehr als 550.000 Euro Bargeld, digitale Zahlungsmittel wie Bitcoins mit einem Wert in sechsstelliger Höhe sowie teure Fahrzeuge. Bei dem Tatverdächtigen aus Kleve entdeckten die Beamten zudem eine Schusswaffe.

Webseite ist nicht mehr erreichbar

Der "Wall Street Market" ist den Ermittlern zufolge jetzt nicht mehr erreichbar. Auf der Webseite sei stattdessen ein Sicherstellungsbanner hochgeladen geworden. "Zuletzt waren auf dem Online-Marktplatz über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie über 1.150.000 Kundenkonten und über 5400 Verkäufer angemeldet", erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Georg Ungefuk.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Mai 2019 um 17:00 Uhr.

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