In Heringsdorf sind Spaziergänger bei grauem Herbstwetter am Ostseestrand unterwegs.  | dpa

November-Lockdown Länder setzen Touristen Abreisefristen

Stand: 31.10.2020 13:36 Uhr

Touristische Übernachtungen sind im November bundesweit tabu - und das bedeutet für zahlreiche Urlauber, dass sie ihre Koffer schneller wieder packen müssen als geplant. Die ersten Bundesländer haben bereits Fristen für die Abreise gesetzt.

Infolge der bundesweit rapide ansteigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus schotten sich mehrere Bundesländer wieder stärker ab. Im Zuge der verschärften Auflagen wollen Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Touristen vorübergehend die Einreise untersagen. Urlauber, die sich derzeit in einem der Bundesländer aufhalten, müssen im Laufe der kommenden Woche abreisen.

Nur wenige Tage bleiben für die Abreise

Am schnellsten müssen Touristen in Schleswig-Holstein den Heimweg antreten. Hier gilt bereits ab Montag ein Verbot für touristische Übernachtungen, demzufolge sollen Urlauber das Binnenland sowie die Insel Fehmarn bereits bis zum Wochenstart verlassen haben. Etwas mehr Zeit bleibt den Touristen auf den Nordsee-Inseln und Halligen: Um ein mögliches Verkehrschaos wegen der plötzlichen Abreise zu vermeiden, gewährt die schleswig-holsteinische Landesregierung ihnen eine Frist bis kommenden Donnerstag.

Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern müssen Urlauber ebenfalls bis spätestens zum 5. November abgereist sein. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach einer Kabinettssitzung an.

"Virus breitet sich atemberaubender Geschwindigkeit aus"

Wer derzeit in einem Hotel in Brandenburg Urlaub macht, muss bis spätestens Mittwoch seine Koffer packen. In einer Sondersitzung hatte das Landeskabinett beschlossen, touristische Übernachtungen im November zu untersagen. Einreisen zu beruflichen Zwecken bleiben erlaubt.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke warb bei den betroffenen Betrieben um Verständnis für die erneut strengeren Maßnahmen. Neben Hotels ist unter anderem auch die Gastronomie betroffen. Das Coronavirus breite sich "mit atemberaubender Geschwindigkeit" aus, betonte der SPD-Politiker, darum seien die Einschränkungen nötig, "um Leben zu retten".

Bayern gibt Urlaubern bis Montag Zeit

Auch das bayerische Gesundheitsministerium setzte am Vormittag eine Frist für Touristen fest: Spätestens am Montagvormittag müssen sie ihre Hotels oder Pensionen verlassen haben und den Heimweg antreten. Der Bayerische Rundfunk zitierte aus einer Stellungnahme der Behörde:

Nach der Achten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind Übernachtungen aus touristischen Gründen in gewerblichen Unterkünften wie Hotels etc. ab Montag kommender Woche (2. November) in Bayern nicht mehr gestattet. Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt.

Kabinette setzen Beschlüsse Bund-Länder-Konferenz um

Die Bundesländer folgen damit den Beschlüssen, auf die sich die Bundesregierung gemeinsam mit den Länderchefs am Mittwoch geeinigt hatten. Die Regelungen sehen vor, dass Bürger im November auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichten sollen. Hotels und Pensionen dürfen Übernachtungsgäste in den kommenden Wochen nur noch aufnehmen, wenn diese aus notwendigen und eindeutig nicht touristischen Gründen reisen.

Neben den Einschränkungen im Tourismus sollen ab Montag zahlreiche weitere Auflagen wieder verschärft werden: So sollen private Kontakte erneut stärker eingeschränkt werden. Restaurants, Bars, Kulturhäuser und Fitnesscenter müssen ein weiteres Mal schließen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Oktober 2020 um 09:00 Uhr.

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Moderation 31.10.2020 • 11:18 Uhr

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