Ein Mann steht vor einem mobilen Corona-Testzentrum auf einem Parkplatz in Laatzen, Niedersachsen. | dpa

Pandemie in Deutschland Höchststand mit 81.417 Neuinfektionen

Stand: 13.01.2022 07:40 Uhr

Die Zahl der Neuinfektionen hat mit 81.417 Fällen einen neuen Tageshöchstwert erreicht. Die Inzidenz steigt laut RKI auf 427,7. Gesundheitsminister Lauterbach sieht das Impfziel erneut gefährdet.

Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erneut einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben 81.417 Fälle in 24 Stunden. Am Vortag hatte die Zahl erstmals die Schwelle von 80.000 überschritten. Vor einer Woche waren 64.340 Neuinfektionen registriert worden, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 427,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 407,5 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 285,9 (Vormonat: 389,2). Am 29. November hatte das RKI den bisherigen Höchstwert von 452,4 vermeldet.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden weitere 316 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 443 Todesfälle. Damit erhöhte sich die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, auf 115.051.

Mehr als 7,7 Millionen Corona-Infektionen

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.743.228 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen beziffert das RKI mit 6.878.100.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut aktuellem RKI-Bericht liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,13 (Vortag 3,34).

Lauterbach sieht 80-Prozent-Impfziel gefährdet

Um der aktuellen Omikron-Welle zu begegnen, hatte die Bundesregierung das Ziel einer 80-Prozent-Quote bei Erstimpfungen bis Ende Januar ausgegeben. Ursprünglich war der 7. Januar als das Datum genannt worden, bis zu dem die Erstimpfungen eine Quote von 80 Prozent erreicht haben sollen. Das Ziel wurde im Dezember auf Ende Januar verschoben. Nun droht dieses Impfziel erneut zu scheitern. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem Nachrichtenportal "The Pioneer": "Es wird sehr schwer sein, das ist klar."

Bislang erhielten 74,8 Prozent - oder 62,2 Millionen Menschen - mindestens eine Impfdosis. Lauterbach sagte, über die Feiertage habe es einen Rückgang bei den Impfungen gegeben. "Daher muss man das wieder anschieben. Aber darüber lohnt es nicht zu lamentieren", sagte er. "Wir müssen mit Hochdruck arbeiten."

Zuletzt wurden in Deutschland mehr als 710.000 Impfdosen verabreicht, darunter etwa 48.500 Erstimpfungen. Am Vortag gab es mehr als 520.000 Impfungen, darunter etwa 34.700 Erstimpfungen. "Ich glaube aber, dass wir es doch wieder beschleunigen können", sagte Lauterbach "The Pioneer".

DKG fordert rasche Einführung von Impfpflicht

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert die rasche Einführung einer Impfpflicht. "Der Prozess muss jetzt stringent und zügig sein", sagte Verbandschef Gerald Gaß der Funke Mediengruppe. "Eine Impfpflicht erst ab Herbst halte ich für zu spät." Das Thema dürfe nicht völlig zerredet werden, bis keine breite Einigung mehr möglich sei.

Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe spricht sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht aus. Eine hohe Impfquote sei der einzige Weg, aus der Pandemie zu kommen und schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren, sagte Verbandspräsidentin Christel Bienstein der "Rheinischen Post". Beschäftigte in der Akut- und Langzeitpflege seien ausgebrannt, eine hohe Impfquote sei ein zentraler Aspekt, um sie endlich zu schützen und zu unterstützen.

Lage in kritischer Infrastruktur noch entspannt

Die Entscheidung über eine Impfpflicht liegt beim Bundestag und wird vermutlich nicht vor März fallen. Heute stimmt der Bundestag über die zwischen Bund und Ländern verabredeten neuen Corona-Quarantäneregeln ab. Diese sollen wichtige Versorgungsbereiche am Laufen halten, auch wenn die Infiziertenzahlen stark steigen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2022 um 09:00 Uhr.

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Moderation 13.01.2022 • 11:45 Uhr

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